"Sich aus dem Leben schießen": So feierte der SCP den Aufstieg

Zum dritten Mal nach 2014 und 2019 steigt der SC Paderborn in die Bundesliga auf. Nach Abpfiff des Relegationsrückspiels gegen den VfL Wolfsburg kannte der Jubel keine Grenzen mehr.

Mit Abpfiff brechen alle Dämme

Eine zweiminütige Nachspielzeit musste der SCP zum Ende der Verlängerung noch überstehen, dann war er um 23:07 Uhr mit dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Felix Zwayer amtlich, der dritte Bundesliga-Aufstieg in der Vereinsgeschichte.

Trainer Ralf Kettemann rannte mit Spielende völlig losgelöst auf den Rasen, lief direkt auf Sven Michel zu und riss diesen zu Boden. Immer mehr Spieler und Betreuer kamen hinzu, es bildete sich eine riesige Spielertraube.

 

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Feuerwerk außerhalb des Stadions

Auch die ersten Fans stürmten den Rasen, um mit ihren Aufstiegshelden zu feiern, während hinter der Südtribüne ein Feuerwerk abgebrannt wurde. Überall flossen Tränen vor Glück, auch die obligatorischen Bierduschen durften nicht fehlen. "Wir haben uns das hart erarbeitet in dieser Situation. Irgendwie hat alles gegen uns gestanden und wir haben es trotzdem geschafft", freute sich Laurin Curda bei "Sky". Der 24-Jährige erzielte in der 100. Minute den Siegtreffer im Duell mit dem VfL, das die Paderborner nach einer frühen gelb-roten Karte gegen die Wölfe in der 14. Minute dominiert hatten. 39:9 Torschüsse, 19:2 Ecken und 67 Prozent Ballbesitz waren Ausdruck dessen. Dabei waren die Ostwestfalen bereits nach drei Minuten in Rückstand geraten, drehten aber bereits zum fünften Mal in dieser Saison eine Partie.

"Es ist unbeschreiblich. Ich kann es kaum in Worte fassen, was in mir abgeht", sagte Keeper Dennis Seimen, der im Hinspiel mit vielen Paraden zum Helden avancierte und auch am Montag kurz vor Ende der Verlängerung den Sieg festhielt. "Ich bin eine ruhige Person, ich bleibe bis zur letzten Minute ruhig. Das ist kein Problem." Mit der Ruhe war nach Spielende dann aber vorbei.  "Wir sind heute alle Feierbiester. Ich gehe überall hin und bin überall dabei."

"Es wird heute Abend sehr, sehr lang"

Es dürfte eine lange Nacht gewesen sein. Darauf lassen auch die Worte von Sven Michel schließen: "Es wird heute Abend sehr, sehr lang - bis morgen und noch viel, viel länger", sagte der 35-Jährige, der den Treffer zum 2:1 vorbereitet hatte und mit dem SCP bereits zum zweiten Mal nach 2019 in die Bundesliga aufsteigt. "Wir haben ein Riesenspiel gemacht. Über die ganze Saison hinweg und in diesen zwei Spielen haben wir verdient gewonnen."

imago images

Nun will der Oldie dafür sorgen, dass sich Trainer Ralf Kettemann bei den anstehenden Feierlichkeiten "komplett aus dem Leben schießt. Ich bring' den auch ins Krankenhaus. Ist mir ganz egal, aber der muss sich komplett aus dem Leben schießen."

"Wir treten heute Abend einen durch den Tisch"

Dem will sich Paderborns Aufstiegscoachs, der gerade seine erste Saison im Profifußball hinter sich hat, nicht verwehren: "Wir treten heute Abend einen durch den Tisch. Und morgen auch. Und übermorgen auch und überübermorgen auch." Gefeiert wurde am Abend bereits in der Stadt, wo sich kurz nach Abpfiff mehrere hundert Fans versammelten. Am Montagnachmittag steigt vor dem Rathaus dann die offizielle Aufstiegsparty mit der Mannschaft. Rund 15.000 Fans werden erwartet.

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