"Damit konnte keiner rechnen": FCSP mischt weiter leise mit
Vor wenigen Tagen sagte Cheftrainer Timo Schultz, dass die Saison für den FC St. Pauli zu kurz wäre, um noch höhere Ziele in der Tabelle anzustreben. Nach dem 2:1-Sieg gegen die SpVgg Greuther Fürth sind die Kiezkicker aber nur noch vier Punkte hinter dem dritten Rang. Nur die Nachholspiele der Konkurrenz kann das Bild noch verzerren - in dem andernfalls der FCSP eine strahlende Rolle einnimmt.
"Sehr ansehnliches Zweitligaspiel"
Zusammen mit dem 1. FC Heidenheim ist der FC St. Pauli das einzige Team im Spitzenfeld, das die volle Anzahl von 31 Partien absolviert hat. Das bedeutet wiederum, dass die Kiezkicker noch neun Punkte im Aufstiegsrennen holen könnten - und derzeit nur vier Zähler hinter dem Hamburger SV liegen. Hoffnungslos ist die Sache nicht, doch Torschütze Guido Burgstaller machte sich am Sonntag keine weiteren Gedanken über die Tabellensituation. "Seit Dezember nehmen wir eine super Entwicklung, damit konnte keiner rechnen und jetzt haben wir noch drei Spiele, die wir gut absolvieren wollen", gab sich der Österreicher ganz diplomatisch nach seinem zehnten Saisontreffer - allesamt in diesem Kalenderjahr erzielt.
Möglich werden die Träumereien auch dadurch, dass der FCSP mit dem letzten Sieg den aktuellen Tabellenzweiten aus Fürth übertrumpften. Ein "sehr ansehnliches Zweitligaspiel" beobachtete Cheftrainer Timo Schultz, in dem sich beide Teams wenig schenkten. "Wir hatten etwas Glück, dass wir schnell in Führung gehen, aber auch da waren wir am Drücker", fasste der FCSP-Coach das Geschehen zusammen. Nicht alles lief ausschließlich für die Kiezkicker. "Ab Mitte der ersten Hälfte haben wir den Zugriff verloren und den Fürthern Chancen gegeben. Da hat uns Dejan Stojanović im Spiel gehalten", so Schultz.
Schultz lobt die Mannschaftsleistung
Ein frühes Tor in jeder Halbzeit ebnete jedoch den Weg für den Hamburger Heimsieg. "Am Ende ist es für uns aber auch so gut gelaufen, dass ich mich nicht beschweren möchte", wusste auch Schultz einzuordnen, dass der FCSP einen guten Tag erwischt hatte. Der auch die Hoffnungen am Leben erhielt. Doch wichtiger war dem Übungsleiter die "sehr gelungene Mannschaftsleistung", in welcher er den "Schlüssel zum Erfolg" sah. Auch Abwehrspieler Luca Zander stimmte dem zu: "In der Halbzeit haben wir gesagt, dass wir noch einmal 45 Minuten alles reinhauen wollen."
Denn völlig aufhalten konnten die Hamburger ihren Gegner nicht, denn "dafür haben sie zu viel Qualität und dass sie zu guten Abschlüssen kommen, war uns vorher klar". Aber St. Pauli zog seine Trümpfe, sodass das Ergebnis am Ende nicht unverdient war. Mit einer Rückrundenbilanz von 31 Punkten wäre der FCSP wohl dick im Geschäft, wenn die Hinrunde an manchen Stellen besser verlaufen wäre. Doch auch so sind die Kiezkicker keinesfalls chancenlos - auch, wenn es knapp werden würde.