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Darmstadt 98: Plötzlich Aufstiegskandidat

© imago images / Poolfoto

Darmstadt 98 darf unverhofft von der Rückkehr in die Bundesliga träumen. Drei Jahre nach dem bitteren Abschied aus der Eliteklasse liegen die Hessen durch ihren zweiten Sieg in Folge mit 3:1 (1:1) bei Erzgebirge Aue und ihrem früheren Erfolgstrainer Dirk Schuster nur noch drei Punkte hinter der Aufstiegszone. Angesichts von nur einer Niederlage in den vergangenen 13 Begegnungen würde ein weiterer Vormarsch der "Lilien“ inzwischen kaum noch wirklich überraschen.

Aufstiegschance für Grammozis kein Thema

Womöglich bereits aus Aberglaube nahm Trainer Dimitrios Grammozis das A-Wort nach dem Erfolg trotz der frühen Führung der Platzherren durch Treffer von Tobias Kempe (19., Elfmeter) und einen "Doppelpack“ von Serdar Dursun in der Schlussphase (72. und 81.) nicht in den Mund. "Wir sind sehr glücklich über die drei Punkte. Ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen, wie sie die Ruhe behalten hat und zurückgekommen ist. Insgesamt haben wir das Spiel kontrolliert und der Sieg geht auch in Ordnung“, beschränkte sich der Coach nach dem Abpfiff auf eine sachliche Analyse.

Anders aber als noch nach dem vorangegangenen 4:0-Sieg gegen den FC St. Pauli ersparte Grammozis sich und seinen Zuhörern pflichtbeflissene Warnungen vor einer späten Verwicklung seines Teams in den Abstiegskampf. Solche Mahnungen wären mittlerweile nicht nur wegen der nun übersprungenen 40-Punkte-Marke auch kaum noch glaubwürdig: Darmstadts Vorsprung auf den Abstiegsrelegationsplatz ist schon auf mehr als zehn Zähler.

Beste Rückrunden-Mannschaft

Entsprechend schnuppern die „Lilien“ Höhenluft und sitzt den Topfavoriten auf den Aufstieg hinter dem souveränen Spitzenreiter Arminia Bielefeld im Nacken. Durch den Sieg in Sachsen avancierte Darmstadt, das nur mit einem Zwei-Punkte-Polster auf die Gefahrenzone überwintert hatte, zumindest bis auf Weiteres zur besten Mannschaft der Rückrunde.

Aus dieser Ausgangsposition heraus wollen Grammozis und seine Mannschaft die Spitzengruppe schon am Freitag gegen die SpVgg. Greuther Fürth noch stärker unter Druck setzen. "Matchwinner“ Dursun demonstrierte vor der Heimreise das erheblich gestiegene Selbstvertrauen in seiner Mannschaft: "Wir sind charakterstark und geben nicht auf. Es war wichtig zu zeigen, dass St. Pauli keine Eintagsfliege war“, meinte der zweifache Torschütze: "Nun wollen wir auch gegen Fürth gewinnen.“

Grammozis dachte derweil schon an das bevorstehende Duell: "Wir müssen gut regenerieren“, sagte der am Saisonende scheidende Trainer und lag damit auf einer Linie mit Kempe: "Wir wollen Vollgas geben.“