"Das ist mein Ding" - HSV verliert Stadtduell nach 60 Minuten Unterzahl

Ganz St. Pauli feiert ein weitere unvergessene Nacht, während der Hamburger SV an diesem Abend nicht nur ein Fußballspiel verliert. Zum vierten Mal nacheinander blieb das Millerntor für den HSV am Freitagabend eine uneinnehmbare Festung (0:3), zumal neben dem Prestigefaktor auch sportlich die Pleite extrem wehtut.

"Im wichtigsten Spiel gewinnen wir nicht"

Die Serie des Hamburger SV ist gebrochen - und ausgerechnet eine rote Karte im Stadtderby sorgt für die bitte Niederlage gegen den Erzrivalen. Stolze sechs Spiele (davon fünf Siege) waren die Rothosen ungeschlagen und eroberten in dieser Phase die Tabellenführung der 2. Bundesliga. Mindestes diese steht am Wochenende auf dem Prüfstand, denn die Verfolger Darmstadt und Paderborn könnten nun vorbeiziehen. Schlimmer als dies muss sich am gestrigen Abend die Schmach der Niederlage angefühlt haben. Denn sie schien trotz Unterzahl lange vermeidbar und fiel am Ende dermaßen eindeutig aus, dass aus den Protagonisten die pure Enttäuschung sprach: "Im wichtigsten Spiel gewinnen wir nicht [...] Es tut richtig weh", so beschrieb HSV-Vorkämpfer Jonas Meffert seine Gefühlslage nach dem Spiel.

Dabei wäre die Frage erlaubt, wie das Spiel gelaufen wäre, wenn Sebastian Schonlau in der 28. Minute nach einer Notbremse nicht die rote Karte gesehen hätte. Dieser nahm den Platzverweis nach Abpfiff direkt auf seine Kappe ("das ist mein Ding"), doch selbst in Unterzahl behielten die Rothosen vorerst die Spielkontrolle, wie HSV-Coach Tim Walter anmerkte: "Selbst mit zehn Mann hatten wir das Spiel im Griff." Nichtsdestotrotz machte die harte, aber vertretbare rote Karte das Unterfangen für die Rothosen ungemein schwerer. Mit dem Eckball zum 0:1 in der 61. Minute kippte dann das Spiel.

HSV leistet dem Stadtrivalen Aufbauhilfe

Nach Abpfiff waren sowohl Trainer Tim Walter als auch der ins Tor zurückgekehrte Daniel Heuer Fernandes sichtlich bemüht die positiven Aspekte des Spiels herauszugreifen und den Blick nach vorne zu richten: "Wir lassen uns von sowas nicht unterkriegen", so der Keeper. Für den Moment bleibt dennoch hängen, dass am Millerntor für den HSV seit 2019 nichts mehr zu holen ist. Das dürfte allen, die es mit der Raute halten am langen Wochenende noch eine Weile beschäftigen.

Zumal das Ergebnis auch für den Rivalen zur besten Zeit überhaupt kam - St. Pauli hatte keins der letzten sieben Spiele gewonnen und sich bereits der Abstiegszone genährt. Aufbauhilfe für den ungeliebten Nachbarn, wenn man so will. Die Stimmung dürfte damit ausgerechnet vor der DFB-Pokalwoche im Keller sein, hatte sich doch so mancher HSV-Anhänger vor nicht allzu langer Zeit Hoffnungen gemacht, beim kriselnden Champions League-Teilnehmer aus Leipzig einen Überraschungscoup zu landen. Ob es dazu noch kommt, wird man am Dienstag, ab 18 Uhr sehen.

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