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"Den Grund kenne ich nicht": Kind äußert sich zum 96-Aus

© imago images / Joachim Sielski

Der Machtkampf bei Hannover 96 läuft. Erstmals meldet sich jetzt Martin Kind zu Wort, der am späten Mittwochabend von seinem Posten als Geschäftsführer abberufen wurde. "Aus wichtigen Gründen" hieß es in der knappen Mitteilung des Vereins – doch die sollen dem 78-jährigen Unternehmer nicht genannt worden sein.

"Ich gehe meinen Weg"

Am Sonntag (15:31 Uhr) tritt Hannover 96 beim TSV Schott Mainz im DFB-Pokal an. Die Unruhen im Umfeld der Niedersachsen wollte Cheftrainer Stefan Leitl nicht an die Mannschaft heranlassen, einige Fragen innerhalb des Team habe Sportdirektor Marcus Mann beantwortet. Trotzdem bleibt das Thema vor dem Pokal-Auftritt akut, denn gegenüber der "Neuen Presse" hat sich Martin Kind zu Wort gemeldet. Die Gründe für seine Abberufung als Geschäftsführer der ausgegliederten Profifußball-Gesellschaft seien ihm nicht mitgeteilt worden – und die rechtliche Prüfung gegen die Entscheidung läuft.

"Ich gehe meinen Weg, der ist begründet und verantwortungsbewusst. Die ganze Sache ist vollkommen überflüssig", so Martin Kind, der eine Wirksamkeit der Abberufung durch den Vorstand des eingetragenen Vereins (e.V.) anzweifelt. Demnach hätte nur der Aufsichtsrat der "Management GmbH" den Geschäftsführer von seinen Aufgaben entbinden können, doch dieses Gremium wurde nach Angaben auf der H96-Homepage gar nicht über die Entscheidung informiert. Warum es überhaupt zu diesem Schritt kam, wurde dem 78-Jährigen angeblich nicht gesagt: "Den Grund kenne ich nicht. Den hat man uns nicht mitgeteilt."

Spekulation um fehlenden Info-Austausch

Spekuliert wird nun, ob auch Martin Kind in seiner Kommunikation einen Fehler begangen habe, der für die Abberufung ausschlaggebend sein könnte. Offenbar soll nämlich der e.V. schon vor einiger Zeit angewiesen haben, dass er bei Ausgaben von 100.000 Euro informiert werden müsse, um darüber zu beratschlagen. Als Kind jedoch Cheftrainer Stefan Leitl für rund 500.000 Euro aus dessen Vertrag in Fürth herausgekaufte, soll der Geschäftsführer dies nicht beim e.V. nachgefragt haben. Klar scheint, dass das letzte Wort im Machtkampf noch nicht gesprochen ist.