Der Aufstieg des 1. FC Köln ist nur eine Frage der Zeit
Der Start in das neue Fußballjahr gestaltete sich für den 1. FC Köln äußerst holprig. Mittlerweile hat sich der FC wieder leistungs- und ergebnistechnisch gefangen und hat sich einen satten zwölf Punkte-Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz verdient. Es scheint derzeit nur eine Frage der Zeit, wann der Aufstieg tatsächlich gelingen kann, wenn man sich auch das Restprogramm noch einmal zu Gemüte führt. Die Heimniederlage gegen den Aufstiegskonkurrenten SC Paderborn 07 zum Auftakt wurde zunächst als Ausrutscher abgetan. Spielerisch sollte diese Partie gegen den aktuellen Dritten von der Pader jedoch Warnung genug gewesen sein, denn gegen einen defensiv kompakt und taktisch diszipliniert agierenden Gegner konnten keine Lösungen gefunden werden.
Schwacher Rückrundendbeginn
In den weiteren drei Partien in Sandhausen und Aue und gegen Greuther Fürth gelang nur in Sandhausen ein müder 1:0-Erfolg. Die anderen beiden Partien endeten jeweils unentschieden. Der Wendepunkt kann im 2:1-Heimsieg gegen den FC Energie Cottbus gesehen werden. Nach einer schwachen Partie konnte ein Doppelschlag in der finalen Schlussphase für den letztlich glücklichen Sieg gegen den Tabellenletzten sorgen, der jedoch ein klares Zeichen für die herausragende Moral ist. Die defensive Stabilität ist ein echter Trumpf für die Stöger-Schützlinge, denn 13 Gegentreffer in nunmehr 28 Partien sind ein echter Erfolgsfaktor. Exemplarisch das Kölner-Spiel in der Rückrunde vor Augen geführt, als beim 1. FC Kaiserslautern ein torloses Remis erkämpft worden ist. Die Abwehrarbeit war sehr vielversprechend. Allerdings konnten die wenigen Torchancen in der Offensive nicht genutzt werden, was einen Spieltag später im Heimspiel gegen den VfR Aalen noch offensichtlicher geworden ist. Trotz einer gewaltigen Feldüberlegenheit gelang es gegen verteidigungsstarke Aalener nicht einen Treffer zu erzielen. Ein Ergebnis, was als große Enttäuschung im Lager des rheinischen Traditionsvereins angesehen worden ist.
Befreiungsschlag gegen den Karlsruher SC
Die schnelle Antwort auf die schwachen Vorstellungen folgte mit einem absolut überzeugenden 2:0-Heimsieg über den Karlsruher SC, der damit seine Hoffnungen auf den möglichen Durchmarsch von der 3. Liga in die Bundesliga begraben musste. Brecko und Helmes sorgten vor knapp 47 000 begeisterten Zuschauern im Rhein-Energie-Stadion für einen wichtigen Sieg und die Rückkehr in die Erfolgsspur. Nur vier Tage später haben die „Geißböcke“ bei den „Löwen“ antreten müssen. Nach einer schwachen ersten Halbzeit hat der FC zur zweiten Hälfte den Schalter komplett umgelegt. Zahlreiche Torchancen wurden sich herausgearbeitet. Der Lohn folgte fünf Minuten vor dem Schlusspfiff, als Bard Finne für den viel umjubelten Siegtreffer sorgen konnte. Nun steht der FC also mit satten 52 Punkten an der Tabellenspitze der 2. Fußball-Bundesliga und hat noch sechs Partien vor der Brust. Es geht am Samstag mit dem Heimspiel gegen den Abstiegskandidaten Arminia Bielefeld weiter, wo mit einem klaren Sieg gerechnet wird. Auch gegen den Abstiegskonkurrenten VfL Bochum erhofft man sich einen Heimsieg. Verfolger FC St. Pauli gastiert am vorletzten Spieltag in Köln-Müngersdorf. Bis dahin möchten die Kölner den Aufstieg schon realisiert haben. Die Auswärtspartien beim 1. FC Union Berlin in der „Alten Försterei“ und bei den Mittelfeldteams FC Ingolstadt und SV Frankfurt sollten keine unüberwindbare Hürde darstellen. In Ingolstadt und Frankfurt werden zahlreiche FC-Fans die Partien zu einem Heimspiel verwandeln. Stimmungstechnisch fast ebenso interessant, wie das Spiel bei den „Eisernen“ in der Bundeshauptstadt. Letztlich wird es nur eine Frage der Zeit sein, wann der 1. FC Köln nach 2000, 2003, 2005 und 2008 den fünften Aufstieg in seiner Vereinsgeschichte feiern kann. Dies soll auch der letzte sein, wenn man den Anspruch des Domstadtklubs kennt.
FOTO: Uwe Schmidt