• Facebook
  • Twitter

DFB veröffentlicht Schiedsrichter-Konzept

© imago images / Jan Huebner

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) treffen weitere Vorkehrungen für die Wiederaufnahme der Saison. Neben den Vereinen, die sich auf ihren Start am 16. Mai vorbereiten, müssen auch Konzepte für die Schiedsrichter entwickelt werden. Der DFB stellt nun ein solches für die Referees vor.

"Flexibilität und viel Geduld" gefragt

Unter Leitung von Nationalmannschaftsarzt Prof. Dr. Tim Meyer entwickelten die Schiedsrichterführung des DFB, die DFL und die "Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb" ein Konzept für den Bereich der Elite-Schiedsrichter. Der DFB weist darauf hin, dass die Maßnahmen unter Berücksichtigung der Vorgaben der zuständigen Behörden erarbeitet wurde und bei Bedarf angepasst wird. Sportlicher Leiter der Elite-Schiedsrichter, Lutz Fröhlich teilt mit: "Das Konzept wurde unter der Zielsetzung erarbeitet, die Voraussetzungen zur Weiterführung des Spielbetriebes im Profifußball zu schaffen, unter Reduzierung des Risikos für die Gesundheit auf ein medizinisch vertretbares Niveau."

Der Funktionär ergänzt: "Das Schiedsrichterwesen war in diesem Projekt von Anfang an eingebunden und hat seine Vorschläge eingebracht, wie die Fortsetzung des Spielbetriebes auch aus Schiedsrichtersicht durchgeführt werden könnte. Es ist auch für die Schiedsrichter eine ganz außergewöhnliche Situation, die nur bewältigt werden kann, wenn alle mit den Vorgaben diszipliniert umgehen und vorbildlich handeln. Das wird, was die Ansetzungen angeht, auch viel Flexibilität und viel Geduld abverlangen." Doch wie sehen die genauen Maßnahmen aus?

Testungen der Schiedsrichter geplant

Wie gewohnt, werden die Partien durch ein vierköpfiges Schiedsrichterteam geleitet. Der vierte Offizielle kann – wie bisher – sowohl als Assistent als auch als Hauptschiedsrichter eingesetzt werden, wenn es zu einem kurzfristigen Ausfall kommen würde. Indes wird der Schiedsrichterbeobachter nicht mehr im Stadion das Geschehen verfolgen. Durch die TV-Beobachtungen wird das Coaching der Spielleiter beibehalten. Wie auch die Spieler, werden die Schiedsrichter vor der Wiederaufnahme des Spielbetriebs zweimal getestet. Die zweite Testung kann am Vortag der ersten Ansetzung stattfinden. Im weiteren Saisonverlauf findet jeweils am Vortag eines Spieltermins ein Test statt.

Sollte ein positiver Fall auftreten, wird sich der Schiedsrichter in Selbstisolation begeben, eine gemeinsame Quarantäne ist aufgrund der dezentralen Anreise des Schiedsrichterteams nicht erforderlich. Das Quartett trifft somit erst am Spieltag aufeinander, nachdem die ausgewerteten Testergebnisse vorliegen. Um die Flexibilität der Ansetzungen zu erhöhen, und den Reiseaufwand zu minimieren, dürfen Schiedsrichter nun auch in ihrem eigenen Landesverband Spiele leiten. Weiterhin gilt jedoch die Regel, dass ein Schiedsrichter keine Partie mit Beteiligung des Vereins seiner Heimatstadt pfeifen darf. Der DFB teilt außerdem mit, dass die Ansetzungen erst am jeweiligen Spieltag – nach der Testung am Vortag – veröffentlicht werden. Bisher wurde die Ansetzung zwei Tage vor der Partie bekannt gegeben.

VAC-Einsatz gesichert

Auch im Video-Assistent-Center (VAC) wird das Personenaufkommen vermindert. Alle Partien werden nach Standards der 2. Liga durchgeführt, das heißt der  Video-Assistent wird von einem Assistenten und einem Operator unterstützt. Vor- und Nachbesprechungen werden online durchgeführt, sodass die Schiedsrichter erst 30 Minuten vor ihrem Einsatz im VAC eintreffen und nach der Partie den Platz umgehend verlassen. Die einzelnen Arbeitsplätze werden mittels zusätzlicher Plexiglasscheiben getrennt, sodass das Tragen eines Mundschutzes am Arbeitsplatz nicht notwendig ist. Außerhalb des Arbeitsplatzes gilt eine Maskenpflicht. Ein Hygienebeauftragter überwacht die Maßnahmen und zusätzlich erhalten die Schiedsrichter Vorgaben für die private häusliche Hygiene.