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Dresden: Caprettis Hoffnung "Frühlings Erwachen“ an der Noris

© IMAGO / Hentschel

Allerlei Ballast gehört zu Dynamo Dresdens Reisegepäck für das wichtige Auswärtsspiel am Sonntag beim Aufstiegsaspiranten 1. FC Nürnberg. Besonders schwer wiegt für die abstiegsbedrohten Sachsen zum Frühlingsanfang neben dem angewachsenen Lazarett und Störfeuer aus der Vergangenheit vor allem die Hypothek der Negativserie von mittlerweile neun Spielen seit der Adventzeit ohne Sieg.

"Gehen in die richtige Richtung“

Ein "Frühlings Erwachen“ passend zum Ende der tristen Winterwochen käme dem neuen Dynamo-Coach Guerino Capretti da natürlich recht. "Wir gehen in die richtige Richtung, bleiben im Hier und Jetzt. Wir sind bereit und reif, endlich auch drei Punkte zu holen“, demonstrierte Capretti auf der Spieltagespressekonferenz von seinem dritten Anlauf auf den ersten Sieg mit seinem neuen Team Selbstbewusstsein.

Die kecken Worte des Nachfolgers von Aufstiegscoach Alexander Schmidt könnten dem 40-Jährigen jedoch gerade in Nürnberg als unangemessen große Töne ausgelegt werden. Immerhin sind die Franken durch ihre Erfolgsserie von zuletzt vier Siegen nacheinander rechtzeitig zum Saisonendspurt noch in den Kreis der Aufstiegskandidaten vorgerückt.

Kein Wunder, dass Capretti sein Team stark redet. "Wir haben die Woche gut genutzt, um weiter an unserer Strategie zu feilen, Dinge zu festigen im Spiel mit dem Ball, aber auch im Spiel gegen den Ball. Wir haben für beide Spielphasen gute Matchpläne ausgearbeitet und wollen in Nürnberg etwas holen“, sagte der Coach.

Tatsächlich kann der Aufsteiger auf dem Abstiegsrelegationsrang momentan jeden Punkt brauchen. Denn ohne zählbare Ausbeute könnte Dresden zumindest vorerst den Anschluss zu den angestrebten Nichtabstiegsplätzen verlieren. Der Rivale Erzgebirge Auge liegt auch noch nicht weit genug zurück, dass der direkte Abstieg schon als ausgeschlossen gelten kann.

Ein stiller Begleiter von Caprettis Spielern auf der Fahrt an die Noris dürften auch die Zweifel ihres vorherigen Trainers Schmidt an ihrer Zweitliga-Tauglichkeit sein. Mehr oder weniger offen beklagte der Capretti-Vorgänger zuletzt in einem TV-Interview, dass in der Winterpause die seiner Meinung nach für den Klassenerhalt notwendige Verstärkung des Teams versäumt wurde.

"Mentalität auf den Platz bekommen“

Zu allem Überfluss muss Capretti in der nächsten Zeit auch noch auf Kevin Ehlers und Ransford-Yeboah Königsdörffer jeweils wegen eines Muskelfaserriss verzichten. Weiter nicht zur Verfügung stehen die Langzeitverletzten Patrick Wiegers, Panagiotis Vlachodimos, Chris Löwe, Sebastian Mai und Luca Herrmann.

Der SGD-Trainer ist der hohe Krankenstand jedoch keine Dämpfer für die Hoffnung auf einen Coup: "Die Ausfälle tun uns weh, aber die Jungs, die dahinter sind, wittern ihre Chance. Wir haben eben im Elf-gegen-Elf einige Abläufe durchgespielt, das hat mir super gefallen. Ich erhoffe mir, dass wir eine mannschaftlich geschlossene, solide Leistung mit einer Menge Mentalität auf den Platz bekommen.“