Dresdner Verzweiflung in Terminhatz: "Laktat läuft aus Ohren raus“

In Dynamo Dresdens Terminhatz wächst zusehends die Verzweiflung. Für die Sachsen sind die Chancen auf den erhofften Klassenerhalt durch die unglückliche 0:1-Heimniederlage gegen Aufstiegsanwärter Hamburger SV wieder weiter gesunken.

Kauczinski: "Ein trauriger Moment“

Auch Dresdens Trainer Markus Kauczinski sieht das Schlusslicht nach dem späten Siegtor der Hanseaten durch den Finnen Joel Pohjanpalo sechs Minuten vor dem Abpfiff immer mehr mit den Rücken an die Wand geraten. "Das hat weh getan und war ein trauriger Moment“, sagte der 50-Jährige auf der Pressekonferenz zum Ende des kleinen Zwischenhochs von zuvor vier Punkten aus zwei Spielen: "Ich hatte so gehofft, dass wir das einmal durchverteidigt bekommen und der Ball mal nicht reinrollt. Aber der HSV hat uns immer mehr in die Intensität gedrängt, die uns immer mehr abhandengekommen ist. Das Tor war der Moment, der dann eben zu viel ist. Danach waren wir stehend k.o.“

Dynamos Mammutprogramm nach dem verspäteten Wiedereinstieg in die Saison nach der Corona-Unterbrechung erweist sich aus Kauczinskis Sicht offenbar immer mehr als zu schwere Hypothek neben dem weiterhin vorhandenen Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze. "Wir haben in unserer Abwehrschlacht immer mehr Körner verloren. Wir haben nicht genug für Entlastung sorgen können. Die Kräfte sind immer mehr geschwunden.“

Als Beispiel für die mangelnde Kraft, "die uns bei Sauberkeit und für mehr Ballbesitz fehlt“, nannte Dynamos Trainer die vergeblichen Bemühungen seines Zwei-Meter-Torjägers Simon Makienok im Angriff: "Wenn der Lange vorne rennt, sieht man, wie ihm das Laktat aus den Ohren läuft.“

"Kampf und Herz beibehalten“

Entsprechend machte sich Kauczinski auch schon Gedanken über das nächste Match am Montag bei Spitzenreiter Arminia Bielefeld. "Ich gucke jeden Morgen in den Spiegel, wen ich wohl spielen lassen kann. Aber wir müssen Kampf und Herz beibehalten, damit wir es weiter in der eigenen Hand behalten.“

In Ostwestfalen unweit seiner Heimat hofft der gebürtige Gelsenkirchener allerdings auch auf Fortschritte in der auch durch den Trainingsrückstand ins Stocken geratenen Entwicklung: "Wir müssen in Bielefeld nicht nur hinterherlaufen, sondern auch wieder besser Fußball spielen.“

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