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Düsseldorf: Rösler hat "Tage der Enttäuschung schon hinter mir“

© imago images / Eibner

Sieger sehen eigentlich anders aus: Fortuna Düsseldorfs Spieler konnten sich nach dem 3:0 gegen Erzgebirge Aue nicht wirklich über den Erfolg im letzten Heimspiel der Saison freuen. Zu schwer wog die Enttäuschung über das endgültige Aus im Kampf um den Bundesliga-Aufstieg durch die gleichzeitige 2:3-Niederlage von Mitabsteiger SC Paderborn gegen den Fortuna-Rivalen SpVgg Greuther Fürth.

"Haben es verbockt"

Trainer Uwe Rösler hingegen schien den Glauben an die direkte Rückkehr der Rheinländer schon vorher aufgegeben zu haben. "Die Tage der Enttäuschung liegen schon hinter mir“, gestand der Coach etwas fatalistisch nach dem Abpfiff in der Rheinischen Post: "Ich hatte mich schon früher damit abgefunden. Es hätte so viel für uns laufen müssen – das geht unter normalen Umständen nicht. Die Mannschaft wirkt auch gefasst.“

Entgegen Röslers Einschätzung herrschte bei seinen Profis gleichwohl zumindest Ernüchterung vor. "Dass wir unser gemeinsames Ziel nicht erreicht haben, ist sehr traurig“, gestand der Österreicher. In die Niedergeschlagenheit des Abwehrspielers mischte sich allerdings auch Selbstkritik: "Wir haben das in den vergangenen Wochen verbockt.“

Tatsächlich hätte die Fortuna ohne mehrere unnötige Niederlagen und Punkteverluste durch unerwartete Schwächen der Topmannschaften noch bis zum Saisonfinale am kommenden Sonntag im Aufstiegsrennen mitmischen können. Doch nach dem Stotterstart in die Saison leistete sich Röslers Team gerade auf der Zielgeraden trotz der unverhofft wiedergekehrten Chance auf den Aufstieg wieder gleich mehrere Aussetzer wie eine Woche vor dem Erfolg gegen Aue beim 2:2 gegen Abstiegskandidat Eintracht Braunschweig oder kurz zuvor durch ein 1:2 in Paderborn.

Rösler kündigte nach dem faktischen Saisonende schon vor dem bedeutungslos gewordenen Abschlussspiel am Sonntag in Fürth eine teaminterne Aufarbeitung des Saisonverlaufs beim Abendessen an. "Vielleicht ist auch Zeit, ein Bier zu trinken. Wir werden dann miteinander reden.“

Röslers Zukunft offen

Gesprächsbedarf besteht auch hinsichtlich seiner eigenen Zukunft. Bislang vermied Düsseldorfs Führung um Sportvorstand Klaus Allofs ein Bekenntnis zu Rösler. Der Ex-Profi hat keine allzu guten Argumente für eine Weiterbeschäftigung: Im Vorjahr hatte Rösler den früheren Pokalsieger nicht mehr vor dem Erstliga-Abstieg bewahren können, und seit vergangenen Sonntag muss der Coach auch das Verpassen des Wiederaufstiegs als großes und einziges Saisonziel verantworten.

Entsprechend schien der 52-Jährige auch schon den Kampf um eine Verlängerung seines Ende Juni auslaufenden Vertrages aufzunehmen und Eigenwerbung zu betreiben. "Wir haben weiterhin die Chance, die drittbeste Zweitliga-Saison der Fortuna zu spielen. Man muss auch klar sagen, dass wir uns über die Saison ganz klar gesteigert haben.“ Für den Aufstieg indes und vermutlich auch für seine Weiterbeschäftigung war das zu wenig.