• Facebook
  • Twitter

Dynamo-Pläne für Klage gegen "Wettbewerbsverzerrung“ bestätigt

© imago images / Steffen Kuttner

Beim designierten Absteiger Dynamo Dresden stellt die Vereinsführung offenbar tatsächlich konkrete Überlegungen zu einer Klage wegen angeblicher Wettbewerbsverzerrung an. Der kaufmännische Geschäftsführer Michael Born bestätigte nach der scharfen Kritik von Abwehrspieler Chris Löwe an der Deutschen Fußball Liga (DFL) und einem Vorstoß von Trainer Markus Kauczinski zu juristischen Schritten wegen einer vermeintlichen Benachteiligung des Schlusslichts als erstes Mitglied der Klubspitze entsprechende Gedankenspiele.

"Ganz offensichtlich Verzerrung des fairen Wettbewerbs“

„Das bedeutet auch, dass wir alle juristischen Möglichkeiten im Sinne von Dynamo Dresden ausschöpfen werden, um gegen diese Ungerechtigkeit vorzugehen, wenn wir damit Aussicht auf Erfolg haben“, sagte Born in der MDR-Sendung "Sport im Osten“ und betonte die Sichtweise des Vereins dabei ausdrücklich: "Was wir jetzt im Saisonendspurt erlebt haben, ist ganz offensichtlich eine Verzerrung des fairen Wettbewerbs in der 2. Bundesliga.“

Wie Kauczinski sieht auch Born die Sachsen im Vergleich zur Konkurrenz durch die Belastung nach Dresdens verkürzter Vorbereitungszeit für den Re-Start im Nachteil: "Unsere Spieler gehen auf dem Zahnfleisch. Sie können nicht mehr, weil die Tanks leer sind.“

Dynamos komplette Mannschaft war wegen positiver Corona-Tests in eine zweiwöchige Quarantäne geschickt worden und hatte deswegen erst mit entsprechender Verzögerung in das Mannschaftstraining für den Saisonwiederbeginn einsteigen können. Damit die Saison bis Ende Juni beendet werden kann, musste Dresden anschließend in seinem Kampf um den Klassenerhalt sieben Spiele in 19 Tagen absolvieren und dabei fünf Niederlagen hinnehmen.

Vor Borns Stellungnahme hatten Löwes Vorwürfe gegen die DFL für großes Aufsehen gesorgt. "Wir sind am Ende die, die den verfickten Preis bezahlen für den ganzen Scheiß", schimpfte der 31-Jährige: Niemand glaube doch, "dass einer von denen in der DFL, Christian Seifert oder wer auch immer, sich eine einzige Sekunde Gedanken macht, was bei uns in unseren Köpfen vorgeht? Das ist denen alles scheißegal! Die Leute sitzen in ihren 5000 Euro teuren Bürostühlen und entscheiden etwas über unsere Köpfe hinweg. Und wir sind am Ende die Idioten, die das Ganze ausbaden".

Verstädnis für Löwes Frust

Born zeigte für den Frust des Profis Verständnis: "Auch wenn nicht jedes Wort zitierfähig ist, hat Chris Löwe in einem sehr emotionalen Statement der Mannschaft und allen Menschen aus dem Herzen gesprochen, die für einen sportlichen fairen Wettbewerb stehen.“

Eine Klage wegen Wettbewerbsverzerrung hatte zunächst Dynamo-Trainer Kauczinski ins Gespräch gebracht. "Ich persönlich würde es machen, weil ich die Dinge immer offen anpacke und Fairness im Sport für mich mit das Wichtigste ist, meinte der 50-Jährige und unterstrich seine Unterstützung für ein solches Signal: Eine Klage würde vor allem "zeigen, dass man sich wehrt, dass man nicht alles über sich ergehen lässt, dass das, was passiert ist, nicht richtig war".