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Eigentor entreißt Aue den ersten Saisonsieg: "Es ist brutal"

IMAGO / Jan Huebner

Das Warten auf den ersten Saisonsieg geht beim FC Erzgebirge Aue weiter, dabei hätte das Team gegen den Hamburger SV nicht näher dran sein können. Doch ein Eigentor in der Nachspielzeit zum 1:1 riss den Sachsen noch zwei Punkte aus den Händen.

Remis in letzter Sekunde

Es waren herzzerreißendes Szenen: Dirk Carlson zog sich das Trikot über das Gesicht, sackte auf den Boden. Erst Aue-Schlussmann Martin Männel zog den Verteidiger wieder nach oben. Der 23-Jährige war den Tränen nahe, realisierte natürlich sofort, welche Bedeutung dieses Missgeschick hatte, das ihm in der letzten Aktion des Spiels unterlaufen war. Nach einem Lattenabpraller wollte der Luxemburger den Ball ins Toraus köpfen, erwischte diesen aber nicht richtig, erzielte mit einem Eigentor in der vierten Minute der Nachspielzeit noch den Ausgleich und brachte sich sowie seine Kollegen um den so herbeigesehnten ersten Saisonsieg.

"Wir haben in der Kabine gesprochen, er ist sehr geknickt. Er muss die Brust rausbringen. Wir haben gesehen, was er kann. Er ist ein herausragender Spieler", sagte Interimstrainer Marc Hensel auf der Pressekonferenz. "Es ist brutal. Aber es ist an uns, ihn wieder aufzubauen. Er hat ein Riesen-Spiel gemacht und er wird sich in zwei Wochen auch wieder dafür belohnen", so Sören Gonther. Vorwürfe wollte ihm nach dem Spiel keiner machen. "Wenn du hinten drin stehst, dann läuft alles gegen dich", meinte Antonio Jonjic, der die Veilchen ebenfalls kurios in Führung gebracht hatte. Eine Flanke wollte Hamburgs Jonas David klären, köpfte dabei aber Jonjic an, von dessen Kopf der Ball ins Tor ging (23.).

"Es macht uns nur noch stärker"

Aue war gut im Spiel, hätte durch Babacar Gueye sogar die Führung ausbauen können. Der Angreifer setzte einen Kopfball aber knapp neben das Gehäuse der Rothosen (45.+1). In der Defensive ließ der Tabellenletzte nichts zu, brachte die Gäste zur Verzweiflung. "Ich bin sehr stolz auf das, was wir hier in Aue Leben. Das hat die Mannschaft auf den Platz gebracht", meinte Hensel. "Jeder hat gesehen, dass wir eine absolute top Mannschaft am Rande der Niederlage hatten", war auch Männel mit der Leistung komplett zufrieden.

Selbst nach einer roten Karte gegen Soufiane Messeguem nach 68 Minuten konnte Aue die Angriffe der Norddeutschen weiterhin unterbinden und sah deshalb schon wie der Sieger aus. Bis die 94. Minute kam. Doch Hensel ist sich sicher: "Es macht uns nur noch stärker. Wir sind stabil, wir werden gegen alle Widerstände ankämpfen. Das ist das Entscheidende." Ob das so ist, wird sich am 16. Oktober beim Auswärtsspiel beim Karlsruher SC zeigen. Durch den Punkt rückt Aue mit einem Spiel mehr vorerst am FC Ingolstadt vorbei, ist nun Vorletzter. Der Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz beträgt drei Punkte.