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"Ein Tor ist ein Tor": Kurioses Traumtor bringt HSV nah ans Ziel

© IMAGO / Matthias Koch

Im Hinspiel der Relegation konnte sich der Hamburger SV erfolgreich gegen Hertha BSC (1:0) behaupten. Ein glücklicher Treffer von Ludovit Reis ebnet den Elbestädtern nun den Weg, um die Rückkehr in die Bundesliga nach vier Jahren zu meistern. Doch jetzt ist erst Halbzeit, wie sich die Beteiligten einschworen.

Geflankter Ball ins Tor

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass er den so gewollt hat. Aber das ist heute auch egal", erklärte HSV-Sportvorstand Jonas Boldt gegenüber der "Bild", nachdem Ludovit Reis die Kugel ins Tor chippte. Eigentlich war die Hereingabe von der linken Seite als Flanke gedacht, doch die Kugel versprang dem Niederländer ein bisschen – und senkte sich dadurch am langen Pfosten mithilfe des Aluminiums ins Tor. Der Jubel bei Reis war danach umso größer. "Ein Tor ist ein Tor. Es ist egal, wie ich es gemacht habe. Es war ein tolles Gefühl auf dem Platz", so der 21-Jährige.

Mit dem goldenen Treffer des Tages stößt der Hamburger SV die Tür zur Bundesliga jetzt weit auf. Hertha muss nun mindestens ein Tor aufholen – danach sah es am Donnerstagabend über 90 Minuten lang nicht aus. Die Mannschaft von Cheftrainer Tim Walter verteidigte nahezu alles weg, wurde allerdings auch gar nicht vor große Herausforderungen gestellt. Das Walter-System griff, die Berliner wirkten regelrecht planlos. "Wir haben vor der Saison einen Neuanfang ausgerufen und dieser braucht Geduld. Wir haben unsere Entwicklung genommen", freute sich der HSV-Coach. "Wir wollen diese Euphorie mitnehmen."

"Noch nichts erreicht"

Im Volkspark-Stadion wird am Montag (20:30 Uhr) die Entscheidung fallen. Gut für den HSV: Die Auswärtstorregel gilt nicht mehr. Bei jedem Ergebnis, bei dem Hertha mit einem Tor Differenz gewinnen würde, ginge es automatisch in die Verlängerung – egal, ob 1:2, 2:3 und vieles mehr. Zurzeit ist es jedoch nur schwierig vorstellbar, dass das Rückspiel in einem Tor-Festival endet. Trotzdem wird der HSV da sein, wie Sebastian Schonlau betonte: "Es gibt kein Szenario, wo wir einfach aufhören können. Es ist noch nichts erreicht." Denn ohne Gegenwehr der Hamburger dürfte die Relegation noch ihre Wendung nehmen.

Dies gilt es zu verhindern, indem auch besser gespielt wird. Maximilian Rohr bekräftigte: "Wir hätten es im ersten Durchgang besser verlagern können, haben uns dann in der zweiten Hälfte belohnt, auch wenn es ein glückliches Tor war." Der 26-Jährige, der überraschend in die Startelf rückte, stand auch bei einer weiteren entscheidenden Szene des Abends im Blickpunkt. In der 35. Spielminute studierte Schiedsrichter Harm Osmers lange die Bilder des Videoassistenten, um einen möglichen Handelfmeter für die Hamburger zu überprüfen – letztendlich gab der Unparteiische den Strafstoß aber nicht, weil unmittelbar zuvor die Hand von Rohr im Spiel war. Am Ende des Tages sollte das aber nicht die gute Stimmung vor dem Rückspiel vermiesen. Vier Jahre nach dem Bundesliga-Abstieg ist die Rückkehr ins Oberhaus greifbarer denn je.