Eintracht-Coach Schiele schonungslos: "Präzision hat gefehlt"
Eintracht Braunschweig kommt nach dem Wiederaufstieg einfach nicht in Tritt. Gegen den SV Darmstadt verlor die Elf von Michael Schiele mit 0:1. Obwohl der Treffer durch Osar Vilhelmsson erst spät fiel, hätte sich die aktuell noch sieglose Mannschaft über eine höhere Niederlage nicht beschweren dürfen.
Fehlende Präzision im Passspiel
0:1 verloren durch ein Tor in der 86. Spielminute. Aus Braunschweiger Sicht hört sich das zunächst nach einer unglücklichen Niederlage an. Trainer Michael Schiele wollte jedoch nach der Partie gegen den SV Darmstadt 98 gar nichts schönreden. Er wusste ganz genau, dass das Ergebnis keinesfalls unverdient war. Gegen die vom ehemaligen Eintracht-Erfolgscoach Torsten Lieberknecht trainierten Hessen mangelte es aus seiner Sicht vor allem an der notwendigen Konzentration im Passspiel: "In der ersten Halbzeit hatten wir ein paar Ballgewinne, sind dann ein, zwei Mal über die rechte Seite durchgekommen, hatten dann aber zu viele Ballverluste." Immerhin habe sein Team die Partie nach dem Wechsel bedingt durch einige Umstellungen offener gestalten können, doch auch nach dem Pausentee vermisste Schiele die Genauigkeit: "Die Präzision nach vorne hat auf jeden Fall gefehlt." In der Tat schien es über weite Strecken des Spiels so, als habe die Eintracht-Elf massive Probleme mit dem Umstand, dass in der 2. Bundesliga alles ein wenig schneller gehen muss als noch in der vergangenen Drittliga-Saison.
Niemand hätte sich beschweren dürfen, wenn der Sieg noch höher ausgefallen wäre. In der 48. Minute zeigte Schiedsrichter Max Burda auf den Punkt, nachdem Eintracht-Torhüter Jasmin Fejzic den Darmstädter Marvin Mehlem wohl nur mit einem Foul stoppte. Doch der als Elfmeterexperte bekannte Torhüter machte seinen Fehler gut und entschärfte den Ball in gewohnter Manier. Zudem traf Darmstadt zweimal nur das Torgestänge. "Wir hatten das Glück, dass Jasi den Elfmeter sehr gut hält. Auch die zwei Aluminium-Treffer waren Glück für uns", gab Schiele unumwunden zu, dass Darmstadt schlichtweg die griffigere Mannschaft stellte: "Das 0:0 wäre super gewesen. Der Gegner wollte dann doch öfter mehr als wir!"
Ujah-Debüt ein Lichtblick
Den stärkeren Willen zeigte die Eintracht auch in der 86. Minute. Marvin Mehlem spielte den Ball in den Lauf von Vilhelmsson, der die Kugel abgezockt über Keeper Jasmin Fejzic hinweghob. "Zum Schluss leisten wir uns eine kleine Unaufmerksamkeit, dafür wird man in der zweiten Liga schnell bestraft", analysierte der Schlussmann später treffend: "Wir müssen dahinkommen, dass wir diese Dinge unterbinden." Auch wenn die Analyse offen und schonungslos ausfällt, lassen sich die Braunschweiger jedoch keinesfalls hängen: "Wir werden weiter an uns arbeiten. Schließlich haben wir in der letzten Woche gezeigt, dass wir es können."
Die kommenden Aufgaben werden nicht einfacher: Am nächsten Wochenende fahren die Niedersachsen zu den derzeit formstarken Kielern. Anschließend steht die schwere Heimpartie gegen den Aufstiegskandidaten Fortuna Düsseldorf auf dem Plan. Ein Lichtblick könnte der Einsatz von Athony Ujah sein. Der Neuzugang vom 1. FC Union Berlin war nach der Partie trotz der Niederlage glücklich über sein Startelf-Debüt: "Ich persönlich bin froh, wieder auf dem Platz zu sein, jede Minute hilft mir." Mit Blick auf die folgenden Aufgaben verbreitet er Optimismus: "Wir dürfen den Kopf nicht hängen lassen. So schlecht haben wir nicht gespielt."