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Erster Auftritt nach Dutt: Bochumer "haben sich gewehrt"

Fünf Spiele, zwei Punkte, Abstiegsplatz – den Saisonstart des VfL Bochum kann Sportvorstand Sebastian Schindzielorz nur als Fehlstart einordnen. Da hilft auch ein verbesserter Auftritt in Stuttgart nur bedingt, denn am Ende der 1:2-Niederlage bei den Schwaben steht der VfL in der Länderspielpause vor großen Herausforderungen.

"Bochum muss aktiv sein"

Der zwischenzeitliche Ausgleichstreffer von Silvere Ganvoula am Ende der ersten Halbzeit fühlte sich für die Akteure und Fans des VfL Bochum sicherlich wie Balsam auf der Seele an, nur 120 Sekunden nach dem Seitenwechsel brachte der VfB Stuttgart die Gäste wieder auf den Boden der Tatsachen zurück – und der befindet sich im Tabellenkeller. "Die Jungs haben sich gewehrt. Trotzdem stehen wir ohne Punkte da", sah VfL-Sportvorstand Sebastian Schindzielorz einen verbesserten Auftritt der Bochumer, der allerdings nicht für Zählbares genügte. Nach dem Aus von Robin Dutt steht der 40-Jährige nun in der Pflicht, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Dazu gehört in erster Linie die Wahl des neuen Cheftrainers. In Stuttgart coachte Heiko Butscher die Mannschaft, der Ex-Profi des VfL erwirbt aktuell seine Fußballlehrer-Lizenz im DFB-Lehrgang. "Es war klar, dass der VfB mehr Ballbesitz hat, wir waren insgesamt auch zu passiv", analysierte der Interimstrainer das Geschehen auf dem Platz und deutete dazu einen Lösungsvorschlag an: "Das Spiel hat gezeigt, dass der VfL Bochum eine aktive Mannschaft sein muss, die das Spiel mitbestimmen und vorne draufgehen muss. Passivität bringt dich auf Dauer nicht weiter." Ob der 39-Jährige allerdings in der engeren Auswahl der Kandidaten steht, ist offen.

Guardiola als "Wunschkandidat"

Fest steht: Mit nur zwei Punkten aus den ersten fünf Partien und satten zwölf Gegentreffern spricht aktuell wenig für den VfL Bochum. "Wir müssen von einem Fehlstart sprechen", gestand sich Schindzielorz schonungslos ein. Dennoch dürfe der Verein daran nicht zerbrechen: "Jetzt gilt es, sich neu zu sortieren. Wenn man nach fünf Spielen nur zwei Punkte hat, dann leidet natürlich das Selbstvertrauen." Der Auftritt in Stuttgart jedenfalls dürfte Mut machen. "Der VfB hat natürlich eine super Mannschaft. Es war dennoch kein Spiel in eine Richtung", blickte beispielsweise Innenverteidiger Simon Lorenz auf den Spielverlauf zurück.

Tatsächlich hatte der VfB Stuttgart nur vier Torschüsse mehr, als die Bochumer – ein beinahe ausgeglichenes Verhältnis zwischen dem Zweiten und dem Vorletzten. "Es war deutlich besser als in der letzten Woche, aber am Ende zählen nur die Punkte. Wir fahren ohne Zähler nach Bochum", stellte daher auch Kapitän Anthony Losilla zurecht heraus. Gespannt wird gewartet, welcher Coach möglicherweise schon zeitnah vorgestellt würde. Das Verhältnis zwischen Butscher und der Mannschaft stimmte jedenfalls, auch wenn VfL-Angreifer Danny Blum am Mikrofon von "Sky" scherzend sagte: "Wenn ich Wünsche äußern dürfte, hätte ich gerne Pep Guardiola hier."