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Erster Verfolger der Top-Teams: SVS feiert Traumstart

Mit dem Hamburger SV und dem VfB Stuttgart haben sich zwei Mannschaften aus dem zu erwartenden Favoritenkreis der 2. Bundesliga nach fünf Spieltagen an die Spitze gesetzt. Unmittelbar dahinter rangiert unverhofft der SV Sandhausen, der entgegen aller Erwartungen nun den oberen statt den unteren Relegationsrang innehalten.

Zwischen Zittern und Traumstart

Der SV Sandhausen spielt nunmehr seine achte Saison in Folge in der 2. Bundesliga, zweimal wurde es für den Klub vom Hardtwald in dieser Zeit richtig eng: Im ersten Zweitligajahr stiegen sie sportlich auf dem 17. Platz ab, hielten die Klasse aber wegen des Lizenzentzuges des besser platzierten MSV Duisburg. Und dann war da noch das vergangene Jahr, in dem sich das Team von Trainer Uwe Koschinat mit einer Willensleistung auf den 15. Tabellenplatz retteten – in den letzten zehn Saisonspielen verlor der SVS nur ein einziges Mal, sechs Siege sicherten den Klassenerhalt. Kaum verwunderlich also, dass Sandhausen auch in dieser Saison wieder einmal als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt wurde, eine besser Platzierung als den zehnten Rang erreichten die Mannschaft vom Hardtwald immerhin auch noch nie.

Doch dieses Jahr erlebt der SVS einen Traumstart in die Saison, nach fünf Spielen grüßt das Team von Koschinat vom Relegationsrang – und zwar vom Aufstiegs-Relegationsplatz. Nach nur einem Punkt aus den ersten beiden Spielen sah das noch gar nicht so aus, doch darauf folgten drei Siege gegen Nürnberg, Heidenheim und Darmstadt. Gegner, mit durchaus höheren Ambitionen. Und das, obwohl mit Tim Knipping, Andrew Wooten, Marcel Schuhen oder Fabian Schleusener zahlreiche Leistungsträger abgegeben wurden. Noch dazu jeweils ablösefrei. Weit konnten sich der SVS dementsprechend auf dem Transfermarkt nicht aus dem Fenster lehnen. Der große Geldsegen kam immerhin erst am gestrigen Deadline-Day, als Philipp Förster für drei Millionen Euro an den VfB Stuttgart verkauft wurde.

Leidenschaft für den Verein

Viele Neuzugänge brauchte Cheftrainer Koschinat für den Saisonstart auch nicht. Einzig Innenverteidiger Gerrit Nauber und Torhüter Martin Fraisl spielten bislang über die volle Distanz von 450 Minuten in der 2. Bundesliga. Offensivspieler Mario Engels rangiert dahinter mit 377 Einsatzminuten, in denen ihm ein Tor und eine Vorlage gelangen und dahinter kommt mit Ivan Paurevic erst wieder ein Akteur, der bislang nur 176 Spielminuten absolvierte. Es sind die arrivierten Kräfte wie beispielsweise Leart Paqarada, Erik Zenga oder Dennis Diekmeier, die für die Stabilität sorgen. Und das aus Leidenschaft, denn Ex-Bundesligaspieler und Neu-Kapitän Diekmeier verlängerte seinen Vertrag im Hardtwald langfristig aus Sympathie zum Verein.

Der Macher des Erfolgs ist allerdings zweifelsfrei Uwe Koschinat. In 290 Partien führte der 48-Jährige zwischen 2011 und 2018 die Regie bei Fortuna Köln, mit denen er in die 3. Liga aufstieg und regelmäßig den Klassenerhalt erreichte – ohne den Fußballlehrer aus Koblenz brach das Konstrukt in der Kölner Südstadt unlängst zusammen, der Klub agiert mittlerweile im Tabellenkeller der Regionalliga West. Kölns Leid ist Sandhausens Glück, denn trotz 15 Zu- und Abgängen hat Koschinat die Mannschaft vom Hardtwald fest im Griff. Und möglicherweise reicht dies für eine ruhigere Saison, in der man mit dem Abstieg nichts zu tun bekommt.