Erzgebirge Aue: Big Point am Betzenberg

Im Oktober 1956 trafen sich beide Mannschaften zum ersten Mal, vor über 100.000 Zuschauern im Leipziger Zentralstadion. Am Schluss verloren die Auer, damals noch als SC Wismut Karl-Marx-Stadt, in einem furiosen Spiel mit 3:5. Heute, 60 Jahre später, endete das Aufeinandertreffen weit weniger spektakulär, nach Ende der regulären Spielzeit trennten sich der FCK und Aue torlos.

Ereignislose erste Hälfte

Nach der bitteren 0:4-Klatsche am letzten Spieltag gegen Bundesligaabsteiger VfB Stuttgart war Pavel Dotchev zum Handeln gezwungen, gleich auf vier Positionen änderte er die Startelf, im Vergleich zur Vorwoche. Für Calogero Rizzuto spielte Neuzugang Fabian Kalig rechts hinten, Louis Samson ersetzte Mirnes Pepic im zentralen Mittelfeld, Cebio Soukou spielte auf den Außen und Pascal Köpke kam nach Adduktorenbeschwerden zurück ins Team. Eine deutlich defensivere Aufstellung als zuletzt, taktisch eher ein 4-1-4-1, Kapitän Tiffert gab an alter Wirkungsstätte den Lückenfüller und dirigierte beide Viererreihen. Der FCK hatte im ersten Durchgang Mühe gefährlich in den Sechszehner der Veilchen zu kommen, die Auer rückten gut geordnet auf, verschoben clever die Reihen, sodass die roten Teufel nur mit langen Bällen agieren konnten. In der gegnerischen Hälfte störten Nicky Adler, Soukou und Köpke das Lauterer Aufbauspiel und zwangen die Gastgeber zu Fehler. Nach vorne ging bei den Veilchen jedoch wenig, bis auf einen Distanzschuss von Clemens Fandrich in der 12 Minute hatte Keeper Pollersbeck wenig zu tun. Die roten Teufel kamen selbst nur bei Standardsituationen zur Torchancen, die für Daniel Haas im Auer Kasten aber kein Problem waren. Für die größte Aufregung sorgte Schiedsrichter Brand, er stellte kurz vor der Pause Soukou mit Gelb-Rot vom Platz, doch der Auer hatte noch gar keine Verwarnung bekommen, sondern Samson. Brand nahm nach Rücksprache mit seinen Kollegen an der Seite den Platzverweis wieder zurück und zeigte Soukou nur Gelb.

Die Abwehr hält endlich wieder

Auch im zweiten Durchgang änderte sich die Spielweise beider Teams nicht, ein wirklicher Spielfluss kam bei den langen Bällen nicht zu Stande. Aue ließ seine Offensivbemühungen schleifen und konzentrierte sich vielmehr auf die eigene defensive Ordnung, die Gastgeber schafften es nicht den Auer Riegel zu knacken. Trainer Dotchev reagierte, tauschte beide Flügelspieler aus, doch sowohl Fabio Kaufmann, als auch Dimitrij Nazarov konnten keine Akzente mehr setzen. Stürmer Pascal Köpke konnte die langen Bälle aus der Abwehr nicht verarbeiten und blieb weitestgehend blass. Ohne echte Torchancen stand es am Ende 0:0, ein Spiel, das keinen Sieger verdient hatte. Dennoch ein Erfolg, die Abwehr stand stabil, Aue blieb ohne Gegentor und konnte Osawe und Zoua vom eigenen Kasten fernhalten. Besonders Kalig und Breitkreuz überzeugten mit starken Zweikampfverhalten. Genau das Ergebnis, was sich Dotchev vor dem Spiel gewünscht hatte. Auch der Fluch vom Betzenberg ist für die Männer aus dem Erzgebirge endlich gebannt, nach fünf Niederlagen aus fünf Spielen, gab es nun den ersten Zähler in der Pfalz.

Schneckenrennen im Tabellenkeller

Gerade einmal zwölf Punkte holte der FCE bisher aus 16 Spielen, eine rabenschwarze Bilanz, doch auch die Konkurrenz im Keller geizt mit Zählern und so sind die Veilchen nur einen Dreier vom rettenden Ufer entfernt. In dieser Spielzeit fehlt der Mannschaft vor allem die Kontinuität auf allen Positionen, gegen den VfB spielten die Veilchen mutig und engagiert nach vorne und desolat in der Abwehr. Gegen Würzburg und Kaiserslautern defensiv sicher, aber ohne die nötige Durchschlagskraft im Sturm, es fehlt die richtige Balance zwischen konzentrierter Abwehrarbeit und attraktiven Offensivfußball. Doch diesmal belohnten sich die Veilchen zumindest mit einem Punkt und haben zuhause gegen die Fortuna aus Düsseldorf die Chance mit einem Sieg über den Strich zu springen und dort zu überwintern.

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