Erzgebirge Aue: Startet Christian Tiffert in seine letzte Rückrunde?

Seine Schuhe hatte Christian Tiffert bereits einmal an den Nagel gehängt, im Sommer 2014 wurde sein Vertrag beim VfL Bochum nach einem schwachen Jahr aufgelöst und Tiffert beendete seine Karriere. Ein Jahr später feierte der gebürtige Hallenser in Aue sein Comeback und avancierte im Erzgebirge zum Führungsspieler und Aufstiegshelden. In wenigen Wochen wird Tiffert 35, sein Vertrag läuft im Sommer aus. Damit ist er der älteste Kicker im Kader der Veilchen, doch noch steht nicht fest, ob der Mittelfeldstratege in seine letzte Saisonhälfte startet.

Lückenfüller und Fädenzieher

Schon in der 3. Liga überzeugte Tiffert im Auer Mittelfeld. Mit seiner Erfahrung, Ruhe und Konstanz ebnete der den Weg zum Aufstieg. 225 Bundesligaspiele, 97 Zweitligaspiele, dazu zwei Auslandsstationen in Salzburg und bei den Seattle Sounders: Tiffert ist mit allen Wassern gewaschen und ein echtes Plus für die junge Truppe der Veilchen. Auch in der aktuellen Spielzeit überzeugt der 34-Jährige und ist Stammspieler im Erzgebirge, verpasste lediglich zwei Spiele durch Sperren. Für das Spiel der Auer ist Tiffert enorm wichtig, als Achter oder Sechser ist er das zentrale Element im Umschaltspiel der Sachsen und im neuen 4-1-4-1 System vor der Winterpause schloss der Routinier die großen Lücken zwischen den beiden Viererketten. Ein Tor gelang ihm in Aue noch nicht, bislang steht dort noch eine Null. Tiffert fehlt es bislang noch an einen starken Nebenmann, Pavel Dotchev konnte noch keinen passenden Partner für den Ersatzkapitän finden. Philipp Riese sucht bisher noch nach seiner Form aus dem Aufstiegsjahr, Mirnes Pepic, Neuzugang aus Paderborn, konnte ebenfalls noch nicht überzeugen. Aussichtsreiche Chancen dürfte Louis Samson haben, der junge Berliner präsentierte sich auch gut in der Vorbereitung und steigerte sich im Laufe der Saison kontinuierlich.

Zukunft liegt im Erzgebirge

Eine Entscheidung hat die Nummer 33 jedoch noch nicht getroffen. Unabhängig davon, ob Tiffert im Sommer noch weitermacht, möchte der Verein den Spieler gerne im Verein halten und auch Tiffert fühlt sich wohl im Erzgebirge. Möglich wäre, dass Tiffert im Sommer den Posten des Sportdirektors einnimmt, der seit der Entlassung von Steffen Ziffert leer ist. Gegenüber "tag24" verriet Tiffert: "Grundsätzlich habe ich vor allen Berufen Respekt, wo man nicht gegen den Ball tritt. Dazu gehört auch dieser Job. Aber: Ich würde mir das zutrauen. Aus Vereinssicht wäre das nicht das Schlechteste, für mich sicher auch nicht. Es ist vieles möglich, wir haben uns auch schon ausgetauscht"

Rückrundenstart im Auer Eispalast

Der Winter hat das Erzgebirge fest im Griff, die Rasenheizung im Sparkassen-Erzgebirgsstadion läuft auf Hochtouren, damit der zugeschneite Platz bis zum Anpfiff am Samstag bespielbar ist. Das Abschlusstraining findet auf einen der Trainingsplätze statt. Zu Gast ist die Überraschungsmannschaft aus Heidenheim, die Schwaben haben in der Hinrunde mehr als doppelt so viele Punkte wie die Auer eingefahren und gehen mit ihrer starken Abwehr und ihren Kapitän Marc Schnatterer als klarer Favorit in die Partie. Aue muss, wie schon in den Testspielen im sonnigen Spanien, die Null halten und möglichst endlich mit der nötigen Cleverness Punkte für den Klassenerhalt einfahren. Entscheidend wird auch sein, mit wem Tiffert die Doppelsechs im neuen 4-4-2 System bildet. Pavel Dotchev möchte mit zwei Spitzen spielen, dafür holten die Veilchen Albert Bunjaku, der Top-Torjäger Pascal Köpke unter die Arme greifen soll. Das heißt aber auch, dass ein Spieler im System aus dem Mittelfeld in den Sturm rutscht, somit liegt der Fokus noch mehr als sonst auf Christian Tiffert.

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