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"Es knistert beim Bäcker": St. Pauli mit Pokal-Euphorie ins Derby

© IMAGO / Jan Huebner

Die Euphorie nach der Pokal-Sensation beim FC St. Pauli ist noch nicht verflogen, da steht schon wieder das nächste Highlight in der Saison an – nämlich das innerstädtische Derby mit dem Hamburger SV (Freitag, 18:30 Uhr). Für das Duell mit dem Erzrivalen muss Cheftrainer Timo Schultz wieder frische Kräfte aktivieren, um die gute Bilanz in der 2. Bundesliga fortzusetzen.

Nur eine Niederlage in sieben Derbys

Vier Derby-Siege, zwei Unentschieden und nur eine Niederlage – die Zweitliga-Statistik spricht vor dem Hamburger Duell am Freitagabend klar für den Tabellenführer vom Millerntor. Hinzu kommt die Euphorie aus dem Pokal-Match gegen Borussia Dortmund (2:1), die der Hamburger SV zumindest mit seinem eigenen Weiterkommen gegen Bundesligist Köln ausgleichen kann. Ein echtes Spitzenspiel am Kiez wird erwartet. "Ich gehe davon aus, dass es morgen ein ganz, ganz heißer Tanz wird", kündigte daher auch FCSP-Coach Timo Schultz an.

Nach intensiven Pokalminuten geht es bei den Kiezkickern jetzt um die Frische. "Die Jungs sind nach dem Pokalspiel müde, im Grunde genommen haben es alle aber gut überstanden. Ich bin zuversichtlich, dass uns die Spieler wieder zur Verfügung stehen", konnte Schultz zumindest vermelden, dass es keine verletzungsbedingten Ausfälle gibt. Einzig Igor Matanovic wird aufgrund eines positiven PCR-Tests fehlen. Zweikampfhärte und Intensität im Training waren dennoch Fehlanzeige, obwohl Schultz diese Tugenden eigentlich schätzt: "Es geht eigentlich nur darum, Frische zu bekommen und die Jungs in die richtige Bahn zu lenken, weil die Anspannung vor einem Derby schon höher ist."

"Der HSV bleibt der HSV"

Kann Schultz nun die richtigen Stellschrauben für den nächsten Derby-Sieg drehen? Drei Spiele in Folge hat der Tabellenführer zuletzt nicht gewonnen und spürt entsprechend den Atem der Verfolger allmählich im Nacken. Bei einem Erfolg könnte St. Pauli den HSV schon auf neun Punkte distanzieren – im umgekehrten Fall würde der Abstand nur noch drei Zähler schrumpfen. Unabhängig von der Konstellation ist Schultz gewappnet. "Der HSV bleibt der HSV. Er hat immer den Anspruch, oben dabei zu sein und aufzusteigen", bekräftigte der Übungsleiter, der eine starke Entwicklung beim Stadt-Konkurrenten wahrnimmt.

"Die Art und Weise, wie der HSV spielt, ist schon besonders. Es birgt für uns Chancen und Risiken", warnte Schultz vor dem Gegner, lobte aber auch die eigenen Stärken: "Ich glaube, dass wir im Hinspiel sehr gut damit klargekommen sind." Hinzu kommt, dass mit Etienne Amenyido nun ein Spieler in Top-Form ist, der große Teile der Saison bislang verpasste. Auch Daniel-Kofi Kyereh ist nach einem Afrika-Cup-Aus mit Ghana wieder zurück in Hamburg. "Ein gesunder und fitter Kofi ist für uns natürlich eine Option auf dem Platz", will sich Schultz zunächst vom Zustand seines Schützlings überzeugen. Klar ist nur eines: "Es knistert überall. Beim Bäcker oder egal, wo man lang läuft, man wird darauf angesprochen. Normalität wird das niemals werden."