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Ex-Coach Schuster analysiert Lage in Aue: "Macht sich so seine Gedanken"

IMAGO / Eibner

Nach der historischen 3:8-Niederlage gegen Paderborn trennte sich der FC Erzgebirge Aue von Cheftrainer Dirk Schuster, um neue Impulse im Verein zu setzen. In der neuen Saison sind die Veilchen aber gefährdeter denn je. Nun analysierte der Ex-Coach die Lage – und sprach über Hintergründe zu seinem Aus.

"Dann besser, wenn man sich trennt"

64 Mal stand Dirk Schuster beim FCE an der Seitenlinie, fuhr 22 Siege ein und erlitt 27 Niederlagen. Aljaksej Shpileuski übernahm den Klub im Sommer, musste aber schon nach acht Partien wieder gehen. Noch immer steckt Aue ohne Sieg im Tabellenkeller fest. "Die Entwicklung des Vereins verfolge ich schon noch mit gesteigertem Interesse – und das ist auch völlig normal", beobachtet auch Schuster weiterhin die Situation seines Ex-Klubs, wie er im "Bild"-Interview erklärt. Schadenfreue empfinde er "überhaupt nicht", schließlich hatte er zwei Jahre lang in Aue überwiegend sportlichen Erfolg, auf den er gerne zurückschaut.

"Klar nimmt man die eine oder andere Entscheidung zur Kenntnis und macht sich in alle Richtungen auch so seine Gedanken. Aber es liegt mir absolut fern, darüber in der Öffentlichkeit zu urteilen", hält sich der 53-Jährige mit Kritik zurück. Fakt ist, dass die Verantwortlichen aber nicht mehr das Vertrauen in Schuster hatten. "Anfangs waren wir ja überzeugt, dass der gemeinsame Weg erfolgreich fortgesetzt werden kann. Plötzlich gingen die Ansichten von anderen Positionen aber sehr weit auseinander", berichtet der Ex-Coach zu den Hintergründen und akzeptierte sein Aus: "Dann ist es eben besser, wenn man sich trennt."

Schusters Zuversicht für Aue

Doch die Trennung von Schuster hat bisher nicht die erhofften Impulse im Erzgebirge freigesetzt. Für den Ex-Coach hängt das mit weiteren Personalentscheidungen zusammen. "Ohne den neuen Spielern des aktuellen Kaders die Qualität absprechen zu wollen, aber: Das Sturm-Duo Pascal Testroet (SV Sandhausen; Anm. d. Red.) und Florian Krüger (Arminia Bielefeld) war für Auer Verhältnis schon außergewöhnlich gut. Sie waren mit ihren Toren und Vorlagen letztlich die Garanten, dass wir so erfolgreich spielen konnten", analysiert Schuster die Lage. Gleichzeitig ist er zuversichtlich für seinen Ex-Klub, dass sich die Wogen zeitnah glätten: "Es braucht wahrscheinlich noch etwas Zeit, dass die jetzigen Spieler eine ähnliche Qualität entwickeln und miteinander harmonieren können."

Diese Zeit müsse der Verein der Mannschaft jetzt geben, um einen Nicht-Abstiegsplatz am Saisonende zu erreichen. Schuster traut dem Verein zu, dass diese Wende gelingen wird. Ob er selbst zeitnah als Gegner des FCE in Erscheinung treten würde? Seit Sommer sucht der 53-Jährige einen neuen Verein. "Es gilt eher das Angebot-Nachfrage-Prinzip. Es gibt schließlich einige Fußballlehrer, die derzeit ohne Anstellung sind. In der 2. Liga gab es in dieser Saison bereits einige personelle Veränderungen. Ich hatte dabei auch schon das eine oder andere Gespräch geführt", gewährt Schuster einen kleinen Einblick. Das Richtige war für den früheren Veilchen-Coach aber wohl noch nicht dabei.