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"Fall Jatta": Startelf-Einsatz und DFB-Anhörung

Obwohl sich der Wirbel um seine Identität noch nicht gelegt hat, spielte Bakery Jatta beim 6:5-Sieg nach Elfmeterschießen des Hamburger SV gegen den Chemnitzer FC unbeeindruckt auf. Der Gambier stand sogar in der Startelf der Norddeutschen, doch damit ist das Kapitel nicht beendet: Der Deutsche Fußball-Bund lud Jatta nun zur Anhörung ein.

Hecking schenkt Jatta Vertrauen

"Da es bisher keinen Beweis für eine falsche Identität des Spielers gibt, behält die Spielberechtigung für Bakery Jatta, geboren am 6. Juni 1998, aktuell ihre Gültigkeit", hieß es in einer Mitteilung der Deutschen Fußball-Liga, nachdem HSV-Sportvorstand Jonas Boldt eine klare Aussage zur Einsatzfähigkeit des 21-jährigen Gambiers forderte – denn weitere Konsequenzen aufgrund eines unerlaubten Einsatzes wollte sich der Klub möglichst ersparen.

Doch Bakery Jatta durfte spielen und das tat er in der ersten Runde des DFB-Pokals auch. 72 Minuten lang stand er auf dem Platz – unter Applaus der Hamburger Fans lief der 21-Jährige sogar in der Startelf auf, weil Trainer Dieter Hecking ihm das Vertrauen aussprach: "Wir wissen, was wir an diesem Spieler haben. Das haben wir heute im Stadion gemerkt, auch wie groß die Unterstützung von der Fanseite für Baka ist."

Jatta spielte für Brikama United

"Wenn Baka etwas Unrechtes getan hat, dann muss er dafür geradestehen, das wissen wir", kündigte Hecking darüber hinaus an, dass man Jatta auch im Falle eines negativen Ausgangs der ganzen Thematik nicht vom Verein fallen gelassen würde. Der DFB-Kontrollausschuss unterbreitete Jatta inzwischen eine Vorladung zur Anhörung, in welcher der Gambier selbst Stellung beziehen soll – erst danach würde ein Verfahren gegen ihn eingeleitet werden, sollte dies notwendig werden. Doch inzwischen verdichten sich die Zeichen, dass Bakery Jatta wirklich Bakery Jatta ist.

Im Transfer-Registrierungs-System der FIFA wurde der Außenstürmer bereits 2014 mit dem Namen "Jatta" bei Brikama United in der gambischen Liga gelistet. Das entspricht zwar nicht der Aussage, dass der 21-Jährige noch nie bei einem Verein unter Vertrag gestanden habe, könnte aber ein Beweis für seine Identität darstellen. Darüber hinaus wurde im Honorarkonsulat Gambias in Köln die Ausstellung eines Reisepasses von 2015 für Jatta bestätigt, vom Bremer Migrationsamt sei die Echtheit noch einmal mit besonderem Maße überprüft worden. Jatta hat nun zwei Wochen Zeit, seine Aussagen gegenüber dem DFB zu tätigen, ehe weitere Entscheidungen getroffen werden.