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FC St. Pauli: Alex Meier "überrascht mich nicht"

"Alex Meier, Fußballgott" skandierten lange Zeit nur die Anhänger von Eintracht Frankfurt. Inzwischen dürfte der Fangesang auch am Millerntor angekommen sein, denn in seiner Heimpremiere schoss der Stürmer seine Mannschaft mit einem Doppelpack auf Platz Zwei in der Tabelle.

"Qualität ist bekannt"

In der fünften Minute der Nachspielzeit wurde Justin Hoogma, Leihspieler von der TSG 1899 Hoffenheim, von Trainer Markus Kauczinski in die Partie gebracht. Für den 20-Jährigen musste ein Oldie weichen, der jedoch auf den klangvollen Namen Alex Meier hört – und den feierte das Millerntor am Montagabend. Denn wenige Sekunden zuvor schoss der 36-Jährige per Elfmeter den 3:2-Siegtreffer für die Hamburger und beförderte sie in der Tabelle damit zum ersten Verfolger des großen Rivalen HSV.

"Was Alex Meier heute gezeigt hat, überrascht mich nicht. Dass er die Qualität hat, den Ball aus elf Metern ins Tor zu schießen, ist bekannt", kannte auch Mittelfeldspieler Christopher Buchtmann die Vorzüge seines neuen Mitspielers laut vereinseigener Homepage. Der Torschütze des goldenen Treffers gab sich entsprechend bescheiden, sprach auch von Glück in der letzten Situation. Zurecht, denn in den Schlussminuten hätte St. Pauli beinahe eine 2:0-Führung verspielt.

"Nichts für Fußballästhetiker"

"Nach dem 2:0 haben wir zu wenig gemacht und irgendwann rutscht halt mal einer durch. Nachdem wir dann auch noch das zweite Tor gefangen haben, sah es erst so aus, als würde Union nochmal nachlegen können", war Alex Meier auf das Schlimmste aus seiner Sicht gefasst gewesen. Dann wurde Buchtmann im Strafraum gefoult, der Ausgang der Geschichte ist bekannt. "Dass wir nach dem Doppelschlag noch einmal zurückkommen, zeigt, welche Moral die Mannschaft hat. Zwar sind wir heute der glücklichere Sieger, haben uns das aber trotzdem verdient", bestätigte daher auch Sami Allagui, der sich neben Meier in die Torschützenliste eintrug.

Deutlicher wurde da schon Rechtsverteidiger Jan-Philipp Kalla: "Es war heute nichts für Fußballästhetiker, aber das ist mir jetzt scheißegal." Und das behauptete der 32-Jährige zurecht, denn durch den Sieg gegen den direkten Konkurrenten im Aufstiegskampf konnte St. Pauli ein weiteres Ausrufezeichen setzen. Mit nun 37 Punkten aus 20 Spielen rangieren die Hamburger auf Platz Zwei in der Tabelle. Der 1. FC Köln hat zwar noch ein Nachholspiel im Programm, allerdings sind die Domstädter auch gleichzeitig der nächste Gegner des FC St. Pauli. "Dass wir jetzt als Tabellenzweiter nach Köln fahren, davon hätten wir vor der Saison nur träumen können", räumte Daniel Buballa ein, doch der Traum seiner Mannschaft könnte in Köln sogar noch konkretere Formen annehmen.