• Facebook
  • Twitter

FCM feiert ersten Heimsieg: "Ein unbeschreibliches Gefühl"

Lange mussten die Fans des 1. FC Magdeburg warten. Gestern war es soweit: Mit dem 1:0 über den FC Erzgebirge Aue schrieb die Mannschaft der Elbestädter Geschichte. So bedeutete der Triumph nicht nur den Premieren-Heimsieg in der laufenden Spielzeit, es war auch der erste Erfolg vor eigenem Publikum in der noch jungen Zweitliga-Historie überhaupt. Entsprechend überwältigt traten einige der blau-weißen Akteure nach Spielende vor die Mikrofone.

Oenning: "Mehr als überfällig"

Sechs Punkteteilungen und drei Niederlagen aus neun Heimspielen sprachen für sich: Der 1. FC Magdeburg enttäuschte vor eigenem Publikum zwar nicht durchgängig, mit dem ersehnten ersten Heimsieg der Zweitliga-Geschichte wollte es jedoch einfach nicht klappen. Teilweise mutete das Geschehen auf dem Grün fast ironisch an: Immer, wenn der FCM kurz vor dem ersten Heimdreier stand, sorgte eine unerwartete Wendung für lange Gesichter bei den Elbstädtern – man denke nur an das unglückliche 3:3 gegen den MSV Duisburg am siebten Spieltag. Alles vergessen, alles Geschichte: Magdeburg beendete die Winterpause am gestrigen Abend mit einem 1:0-Erfolg gegen Aue, der Jubel kannte keine Grenzen. "Der erste Heimsieg war mehr als überfällig", stellte FCM-Trainer Michael Oenning nach Spielende fest.

Auch Nico Preißinger ließ gegenüber "Volksstimme"  die Erleichterung durchblicken: "Ein unbeschreibliches Gefühl." Der Sieg war indes hart erkämpft. So legten die Magdeburger von Beginn an alles in die Partie gegen den Kellerrivalen, pressten früh. Damit machte die Oenning-Elf es dem Gegner schwer. Aue kam kaum zur Entfaltung, wählte im Zweifel eher den Rückpass als den Weg nach vorne. Wirklich torgefährlich zeigte sich allerdings auch der FCM zunächst nicht. Das änderte sich kurz vor der Pause: Angreifer Beck kam knapp hinter der Mittellinie an den Ball und schickte den gestarteten Felix Lohkemper. Dieser schüttelte Aues Kusic ab und schob präzise ein – 1:0 (44.). Im zweiten Durchgang mühte sich der FC Erzgebirge lange, gefährlich wurde es selten. Erst als die Kräfte beim Gastgeber zu schwinden begannen und das starke Pressing entsprechend gelockert wurde, kam es noch einmal zu einem Aufreger. Aues Käuper wurde im Strafraum von Magdeburg-Neuzugang Kirchhoff attackiert, Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck zeigte auf den Punkt. Er revidierte seine Entscheidung anschließend allerdings zu recht (75.). Es blieb beim Premierensieg der Hausherren.

"Der schönste Sieg, den es gibt"

Die Erleichterung nach Abpfiff war geradezu spürbar. Endlich ist der Bann gebrochen, endlich steht der erste Magdeburg-Heimsieg. Auch Neuzugang Jan Kirchhoff erkannte die Bedeutung des Dreiers: "Es war unglaublich, Flutlichtspiel, ausverkauftes Haus, es hat einfach Spaß gemacht, hier Fußball zu spielen." Dabei war es der 28-Jährige selbst, der die Magdeburger noch einmal zittern ließ. "Als der Schiedsrichter gepfiffen hat, hatte ich erstmal Angst, dass die Entscheidung so stehenbleibt. Aber Respekt, dass er den Mut hat, die Entscheidung zurückzunehmen." Für seinen Trainer Michael Oenning war es alles andere als ein perfektes Spiel, Schwächen erkannte er insbesondere gegen Spielende. Egal: "Ein 1:0 ist so ziemlich der schönste Sieg, den es gibt."