Fernie legt im Schiri-Streit nach: "Alle anderen waren sich einig"

Patric Pfeiffer sah die Rote Karte für eine Notbremse, aber SGD-Verteidiger Thomas Keller wurde für eine ähnliche Szene nicht vom Platz gestellt. Aufgrund der Kartenverteilung kam große Kritik aus den Reihen des SV Darmstadt 98, zu der sich auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) äußerte. Nun legte SV98-Sportchef Paul Fernie nach.

"Dabei sind wir doch keine Gegner"

Der 38-jährige Engländer signalisierte im Interview mit dem "kicker", dass er die Situation rund um den Platzverweis von Patric Pfeiffer mit aller Ruhe und ohne Emotionen bewertet. Paul Fernie legte sich daher auch schnell fest: "Insofern habe ich also keinen Abstand gebraucht für meine Bewertung. Die fällt immer noch genauso aus wie direkt in Dresden: Man hätte beide Szenen gleich bewerten müssen, so wie das unser Trainer Florian Kohfeldt ja auch deutlich gemacht hat." Entweder hätte auch SGD-Verteidiger Thomas Keller die Rote Karte sehen müssen, oder, was den Darmstädtern wohl lieber gewesen wäre, Pfeiffer wäre mit Gelb auf dem Platz geblieben.

Dieser Ansicht bleibt Fernie. Und damit ist der SV98-Sportchef nicht der einzige. "Am Freitagabend konnten wir doch feststellen: Trainer und Spieler beider Vereine waren sich in der Bewertung einig, auch die allermeisten Kommentatoren - nur die Schiedsrichter sehen es anders", erklärte der 38-Jährige, was ihn grundlegend an der Situation stört. Fernie stellte klar: "Dabei sind wir doch keine Gegner, sondern alle gemeinsam in der Verantwortung, die bestmöglichen Spielleitungen hinzubekommen. Im Sinne des Fußballs und nicht vorrangig im Sinne einer abstrakten Regeltechnik. Dafür braucht es offene Diskussionen auf Augenhöhe, deshalb spreche ich es an. Ich will kein öffentliches Ping-Pong-Spiel, das am Ende keinem weiterhilft."

"Das ist nicht gut für den Fußball"

SV98-Coach Florian Kohfeldt hatte im Nachgang der 1:3-Niederlage gegen Dresden von einer "Frechheit" gesprochen und erhielt wenig später auch Verständnis von SGD-Cheftrainer Thomas Stamm. Der DFB reagierte in Person von Marco Fritz als Leiter der Regelauslegung und Evaluation der DFB Schiri GmbH mit einem Statement. Die Aussagen darin fand Fernie allerdings nicht nachvollziehbar. "Der DFB stellt heraus, dass beide Szenen nicht identisch sind. Darum ging es uns aber auch gar nicht. Sondern darum, dass beide Szenen identisch hätten bewertet werden müssen. Das ist ein Unterschied", so der SV98-Sportchef.

Die Argumentation von Fritz bezüglich der Gelben Karte konnte Fernie dabei sogar noch verstehen, wie er einräumte. "Aber ebenso sehe ich mehrere Gründe, die bei Patric Pfeiffer für Gelb statt Rot gesprochen hätten", führte der SV98-Sportchef aus. "All diese Aspekte spielen in der Aufarbeitung des DFB aber keine Rolle und für den Schiedsrichter auf dem Feld auch nicht. Wobei Lars Erbst ja zunächst Gelb geben wollte." Nun hoffe er, dass zumindest das Strafmaß für Pfeiffer angemessen ausfallen wird. Am Einsatz des Videoassistenten zweifelte Fernie nach wie vor: "Vieles wird am Ende vom VAR bestimmt und damit anhand von Einzelszenen, die durch TV-Bilder aus dem Gesamtkontext herausgelöst sind. Den Schiedsrichtern bleibt dadurch immer weniger Spielraum. Das ist nicht gut für den Fußball."

Das könnte Sie auch interessieren

Auch interessant

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"