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Freigabe für Leitl fehlt: 96 droht Trainingsstart ohne Coach

© IMAGO / Jan Huebner

Dicke Luft zwischen Hannover 96 und Greuther Fürth! Verpasst Cheftrainer Stefan Leitl deswegen sogar den Trainingsauftakt bei den Niedersachsen? Zwischen den Sportchefs beider Klubs wird nach Lösungen gesucht. Am 6. Juni will der Übungsleiter in Hannover loslegen können.

"Es gibt ein paar Dinge zu klären"

500.000 Euro – das ist die Ablösesumme für Stefan Leitl. Per Ausstiegsklausel konnte Hannover 96 den Fürther Cheftrainer aus seinem Vertrag herauskaufen. Doch loslegen kann Leitl erst, wenn er die Freigabe der Spielvereinigung bekommt. Denn bis zum 1. Juli steht der 44-Jährige bei den Kleeblättern unter Vertrag, der Trainingsstart der Hannoveraner ist allerdings schon für den 7. Juni geplant. Normalerweise einigen sich beide Klubs entsprechend, zumal die Fürther mit Marc Schneider bereits einen Nachfolger gefunden haben. Doch zwischen Hannover und Fürth herrscht dicke Luft.

"Es gibt ein paar Dinge zu klären. Aber wir wollen nichts Böses! Und wenn man Manns genug ist und zum Hörer greift, dann ist das doch alles kein Problem", ärgerte sich Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi vor zwei Tagen in der "Bild"-Zeitung. Es wäre ein Novum im deutschen Fußball, dass ein Cheftrainer den Trainingsstart wegen einer fehlenden Freigabe verpasst. Der Grund für den Fürther Ärger? Äußerungen von 96-Scout Dieter Schatzschneider in einem Fußball-Talk der "Neuen Presse".

Dort verglich der ehemalige Torjäger die unterschiedlichen Fußball-Standorte auf spezielle Art und Weise: "Vorher war in Fürth 'Fürther Wochenblatt' einmal, da hast du gesehen, was du beim Metzger kriegst am Mittwoch. Darüber haben sie dann geschrieben. Jetzt kommen die hier in eine Welt rein, hier geht’s richtig zur Sache, hier fallen auch mal harte Worte. Das ist mein Wunsch, dass die lernen: Hannover hat spezielles Medienverhalten und als Trainer und Spieler muss man das abkönnen." Azzouzi hatte dazu eine klare Meinung: "Das ist so despektierlich und respektlos, wie er sich da verhält."

Mann will friedliche Lösung

Im besagten Talk saß auch 96-Geschäftsführer Martin Kind bei, griff nicht ein. Von beiden Verantwortlichen bekam Azzouzi keine Rückmeldung, dafür griff Sportdirektor Marcus Mann zum Hörer – auch, um die Posse um Stefan Leitl friedlich zu lösen. "Es geht um ganz normale Dinge wie den Ablauf in der Vorbereitung, ob und wann wir gemeinsam frühstücken und Mittagessen, welche Räumlichkeiten wir benutzen und so weiter", erklärt der 38-Jährige, dass er seinen Coach gerne schnellstmöglich an Bord haben möchte. Stefan Leitl schwieg bislang als 96-Trainer, wird sich erst nach seiner offiziellen Vorstellung äußern. Spätestens am 6. Juni will er nach Hannover kommen, tags darauf steht die Leistungsdiagnostik an. Am 8. Juni ist dann offizieller Trainingsstart – und aus Hannoveraner Sicht hoffentlich mit Leitl.