Fünf Erkenntnisse nach dem Start der neuen Saison

Zwei Spieltage der Saison 2023/24 sind in der 2. Bundesliga schon wieder vorbei. Nun wird der Liga-Alltag vorerst durch die 1. Runde im DFB-Pokal unterbrochen. liga2-online.de nennt fünf Erkenntnisse nach dem Start der Saison.

1. Hertha noch nicht angekommen

Der Hauptstadtklub hat die Trendwende nach dem Abstieg aus der Bundesliga noch nicht geschafft. Nach zwei Spielen ist ausgerechnet Hertha BSC das einzige Team in der Liga ohne einen Torerfolg. Zwei Gegentore reichten wiederum aus, um die Alte Dame auch im Unterhaus auf einen Abstiegsplatz zu schießen. Wertvolle Stars wie Dodi Lukebakio oder Suat Serdar konnte - oder wollte - Cheftrainer Pal Dardai noch nicht einsetzen. In Fällen wie bei Wilfried Kanga wollten auch manche Spieler nicht. Stattdessen spielt die Dardai-Familie für Hertha, doch alleine kann sie die Alte Dame nicht zum Erfolg führen. Die Kaderplanung schreitet weiter voran, um wieder Erfolgserlebnisse zu erzwingen.

Beim FC Schalke 04 sieht die Lage als Bundesliga-Absteiger etwas anders aus. Zwar gingen die Königsblauen zum Saisonauftakt mit einer 3:5-Niederlage gegen den Hamburger SV vom Feld, doch in Gelsenkirchen gibt es ein ungewöhnliches Faustpfand - und zwar die gute Stimmung nach Rückschlägen. So folgte ein 3:0-Heimsieg gegen Kaiserslautern. Schalkes Abwehrreihe wirkt noch etwas wackelig, doch mit sechs Toren gehört S04 zu den offensivstärksten Mannschaften. Platz 10 in der Tabelle ist daher wohl eher eine Momentaufnahme für den Top-Favoriten.

2. Spannend bis zum Schluss

Das Spiel ist erst zu Ende, wenn der Schiedsrichter abpfeift. Das hat besonders die SV Elversberg gemerkt. In der zweiten Minute der Nachspielzeit hätten sich die Saarländer am Samstag per Elfmeter den ersten Sieg sichern können - doch stattdessen gab es noch zwei Gegentore in der 90.+11 und 90.+14 Minute, die das Spiel drehten. Elversberg verzweifelt, steht aber nicht alleine dar. Schon zehn Tore (!) wurden in dieser Saison in der Nachspielzeit geschossen. In den häufigsten Fällen führte das auch zum Punktgewinn.

Schon in der ersten Partie zwischen dem HSV und S04 machte Robert Glatzel den entscheidenden Treffer in der ersten Minute der Nachspielzeit, ehe Jean-Luc Dompé sogar noch einen drauflegte. Holstein Kiel holte sich am 1. Spieltag ebenfalls in der Extrazeit den Sieg in Braunschweig. In der Folgewoche gelang Wehen Wiesbaden der Lucky Punch in Berlin, während der 1. FC Nürnberg und der Karlsruher SC durch zwei Treffer zum jeweiligen 2:2-Remis in der Nachspielzeit jeweils einen Punkt holten. Einzig Eintracht Braunschweig ging bisher mit einem Last-Minute-Tor in Magdeburg leer aus.

3. Rostock und Kiel überraschen

Der F.C. Hansa Rostock an der Tabellenspitze der 2. Bundesliga - das gab es seit fast 17 Jahren nicht mehr. Aber das ist der aktuelle Stand nach zwei Spieltagen in der neuen Saison. Zusammen mit Holstein Kiel ist die Hansa-Kogge das einzige Team, das zum Auftakt die volle Punktzahl erzielen konnte. Wohlgemerkt profitierten beide Teams dabei jeweils von ihren Last-Minute-Toren, die so sicherlich nicht eingeplant waren. Doch der Erfolg gibt den Mannschaften am Ende recht.

Dabei waren Rostock und Kiel in den Saison-Prognosen eher Wundertüten. Auch liga2-online.de sortierte die Teams von der Ostsee und von der Förde eher skeptisch ein, denn gerade bei den Störchen war die Auffrischung des Kaders mit einem Risiko verbunden. Doch die jungen Wilden starten bei der KSV Holstein durch - gerade der Lucky Punch in Braunschweig und das gedrehte Spiel gegen Fürth zeigen, dass die Störche ihre Situation verstanden haben. In Rostock hingegen wird der fantastische Lauf aus dem Endspurt der Vorsaison souverän fortgesetzt: Saisonübergreifend holte die Kogge sieben Siege aus acht Spielen, kassierte nur noch drei Gegentore.

4. Bestens gefüllte Stadien

507.288 Zuschauer! Das ist die Anzahl der Fans, die an den ersten beiden Spieltagen in die Stadien der 2. Bundesliga strömten. In einer Liga mit Schalke, Hamburg, Lautern oder Düsseldorf ist das wohl kaum ein Wunder. In sieben Stadien waren schon über 30.000 Zuschauer beim jeweils ersten Heimspiel ihres Vereins, dazu kratzt auch Hannover 96 an dieser Marke. Mit dem HSV, Karlsruhe, St. Pauli, Rostock, Magdeburg und Osnabrück meldeten schon sechs Klubs ausverkauft.

Und jetzt der Vergleich: Im Vorjahr, als die DFL am Saisonende einen Zuschauerrekord für die 2. Bundesliga vermelden konnte, waren in den 18 Heimspielen der Zweitligisten "nur" 389.304 Zuschauer in den Stadien. Die neue Saison startet dementsprechend mehr als nur vielversprechend für die Klubs - und zeigt, dass das Interesse am Fußball ungebrochen wächst.

5. Große Namen garantieren nichts

Geld schießt im Fußball keine Tore - eine Fußballfloskel, die für manch großen Verein in der 2. Bundesliga schon zur Erkenntnis reifte. Doch es sind nicht immer nur die Klubs, die mit ihrem großen Namen auf die Nase fallen. Auch einzelne Spieler garantieren keinen Erfolg, nur weil sie im Team sind. So hat beispielsweise Max Kruse noch nicht den Unterschied beim SC Paderborn 07 ausgemacht, den sich viele Fans erhoffen. In der ersten Partie musste der 35-Jährige nach einer Halbzeit aus taktischen Gründen runter, in der zweiten Partie lief es mit einer Vorlage schon wesentlich besser für Kruse. Nun fällt er jedoch mit einem Muskelfaserriss vorerst aus. Mit Marcel Halstenberg wagt sich in Hannover ein weiterer renommierter Ex-Bundesliga-Spieler ans Unterhaus. Die Abwehr der Niedersachsen wackelt trotz des neuen Abwehrchefs immer noch, wenngleich angemerkt sei: Aufgrund privater Umstände und Sorgen war der Saisonstart für den 31-Jährigen alles andere als leicht.

Zu guter Letzt zählt auch Lars Stindl zu den Top-Transfers des Sommers und wird beim Karlsruher SC praktisch in jedem Atemzug genannt. Das gefällt vor allem Cheftrainer Christian Eichner nicht immer, denn dem Fußballlehrer ist die Hervorhebung der gesamten Mannschaft wichtig. Deswegen war Eichner nach dem 1. Spieltag so positiv frech, dass er sich über fehlende Scorerpunkte von Stindl sogar freute - im zweiten Spiel holte der Ex-Gladbacher dann zwar seinen ersten Assist, doch sein Name alleine steht nicht über dem KSC.

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