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Fürth mischt wieder mit: Aus Spitzen-Trio wird ein Quartett

© IMAGO / Eibner

Die SpVgg Greuther Fürth macht das Aufstiegsrennen in der 2. Bundesliga spannend, denn am Montagabend landeten die Kleeblätter einen 2:1-Sieg gegen Holstein Kiel. Damit zieht das Team von Cheftrainer Stefan Leitl in den Vierkampf um die Tabellenspitze. Ob der Erfolg letztlich glücklich eingefahren wurde, war dem Coach anhand der Personalkonstellation nicht wichtig.

Fürth trotzt der Statistik

Ausgerechnet im Spitzenspiel zwischen Fürth und Kiel musste Cheftrainer Stefan Leitl auf Paul Seguin (Gelbsperre), Sebastian Ernst (Gelb-Rot-Sperre) und Julian Green (positiver Coronatest) verzichten – für die Spielvereinigung bedeutete das, dass das komplette Mittelfeldzentrum fehlte. Trotzdem siegten die Fürther, was den Coach wahnsinnig stolz machte: "In dieser Konstellation, was das Spielerpersonal betritt, früh in Rückstand zu geraten, das Spiel zu drehen und zu gewinnen, das ist unglaublich. Ein Kompliment an meine Mannschaft für die Bereitschaft, für den Willen, das letzte zu geben." Statistisch war Fürth gleich neun Kilometer mehr gelaufen, dagegen waren sie in allen deren Kategorien unterlegen. Auf der Anzeigetafel stand dennoch ein 2:1-Sieg.

"Wir hatten nicht den Zugriff, die Abstände waren zu groß, die 6er waren zu tief, und so hatten wir wirklich Probleme, ins Spiel zu finden", analysierte Leitl den Spielverlauf, in dem die Kieler gerade in der ersten Halbzeit einen dominanten Auftritt zeigten. Fürth ging in Rückstand und konnte sich mit dem Ausgleichstreffer von Havard Nielsen in die Pause retten. Danach kehrte Leitl vom personalbedingten 4-3-3-System auf eine Spielweise mit Mittelfeldraute zurück: "Wir haben dann umgestellt in unsere gewohnte Grundordnung." Die Fürther kamen besser in Partie, erhielten mehr Zugriff und erspielten sich plötzlich die Chancen.

"Natürlich ist man stolz"

Unter dem Strich war nicht nur das Eigentor von Kiels Alexander Mühling in der Schlussphase (83.) glücklich, sondern womöglich der gesamte Spielverlauf. Auch Leitl sah es ganz ähnlich, verwies aber darauf, dass auch Glück erarbeitet werden muss. "Natürlich ist man stolz, wenn man so ein Spiel gewinnt. Die Ausfälle kann man auch nicht wegdiskutieren, das sind ja Spieler, die prägend für unser Spiel sind", betonte der Coach zudem, dass das anfangs angesprochene Mittelfeld der Fürther in gewohnter Konstellation praktisch nicht vorhanden war. Auf lange Sicht wollte Leitl diese Ausfälle nicht kompensieren müssen, doch die Akteure vom Montagabend erspielten sich das Lob des Coaches: "Wir haben Spieler am Feld gehabt, die durch hohe Laufbereitschaft und durch 1-1-Situationen in der Lage sind, immer was zu kreieren."

Wohin geht nun die Fürther Reise? Mit 42 Punkten stellte sich die Spielvereinigung mit dem Spitzen-Trio gleich, machte daraus am Montagabend ein Quartett. Sportchef Rachid Azzouzi übte sich in Understatement, sprach nach dem "wichtigen Sieg" vom Klassenerhalt. "Wir haben ein Zwischenziel, das wir unbedingt erreichen wollen, das ist die 50er Marke", fügte der 50-Jährige noch hinzu, verwies aber auch auf die schwere Aufgabe im kommendne Spiel gegen Hannover. Träumen ist allerdings in Fürth nicht mehr verboten, wie auch Azzouzi zum Schluss verdeutlichte: "Wir wollen uns einfach keine Grenzen setzen, soweit wie möglich nach oben und oben bleiben auch."