"Gefühlt eine Torchance und drei Tore": SVD hadert mit Fortuna-Spiel
Der SV Darmstadt 98 bleibt in dieser Saison auf einem Schlingerkurs, für den es keine bessere Beschreibung gab, als die 2:3-Niederlage am Freitagabend gegen Fortuna Düsseldorf. Cheftrainer Markus Anfang klagte über eine Partie, die ihm Bauchschmerzen bereitete und Torschütze Tobias Kempe konnte nicht verstehen, wie der Gegner aus einer Chance drei Tore machte.
Zwei Gegentore in Schlussphase
"Vielleicht kann mir jemand verraten, wie Düsseldorf heute die Tore gemacht hat - ich weiß es nicht. Gefühlt hatten sie eine Torchance und wir kassieren drei Tore", verriet der erfahrene Routinier nach dem Freitagabendspiel auf der Homepage des SV Darmstadt 98. Kurz zuvor hatte Kempe seine Mannschaft noch per Strafstoß in Führung gebracht, die Schlussphase des Spiels stand bereits an. Zwei Gegentreffer in den letzten 13 Minuten ließen die Lilien geschockt zurück: "Für uns ist es unfassbar."
Auch SVD-Cheftrainer Markus Anfang rang sich die Glückwünsche für den gegnerischen Sieg ab. "Bei allem Respekt vor Fortuna Düsseldorf, aber heute hat nicht die bessere Mannschaft gewonnen", konnte der Ex-Düsseldorfer kaum glauben, was er zuvor auf dem Spielfeld erlebte. Dementsprechend fiel sein Urteil aus: "Es ist eine dieser Niederlagen, nach denen ich richtig Bauchschmerzen habe." Und es war ein Symbol für die Darmstädter Saison mit Achterbahnkurs, denn nach dem furiosen 4:0-Sieg in der Vorwoche fingen sich die Lilien nun wieder den Rückschlag.
"Wir haben es dominiert"
Ebenfalls symbolisch ist die Tatsache, dass alle fünf Treffer in der zweiten Hälfte fielen. Aus einer starken ersten Halbzeit konnten die Lilien nämlich kein Kapital schlagen. "Wir haben gut ins Spiel gefunden und müssen in der ersten Hälfte schon 2:0 führen. Nur machen wir die Tore nicht. Hinten haben wir bis auf den Schuss von Zimmermann nicht eine Chance zugelassen", resümierte Anfang, der danach zwei Führungen seines Teams bejubeln durfte - wenn auch nur kurz.
"Wir kriegen dann aber Gegentore, bei denen wir den Gegner durch unsere Fehler eingeladen haben", ärgerte sich der Cheftrainer über die individuellen Fehler, die nicht zum ersten Mal im Saisonverlauf auftraten. Nach den neuerlichen Gegentreffern wuchs das Konto bereits auf 21 Gegentore an - und bedeutet somit die wackeligste Defensive der Liga. Für Anfang gilt es, sich an die eigene Nase zu fassen: "Wir haben das Spiel ganz klar in der eigenen Hand, wir haben es dominiert. Dann kriegen wir aus zwei weiteren Torschüssen zwei Gegentore. Das tut mächtig weh." Am kommenden Samstag geht es für die Lilien weiter, dann müssen die Darmstädter ihre Tore vor dem Hamburger SV verschließen.