"Geht direkt zur Sache": Schultz erwartet kein Abtasten im Pokal
Passend zum Viertelfinale im DFB-Pokal ist der FC St. Pauli wieder in Form. Ein 3:1-Sieg in Ingolstadt gibt den Hamburgern jedenfalls Mut für die Begegnung mit Union Berlin. Nach Magdeburg, Dresden und Dortmund erwartet Cheftrainer Timo Schultz in der Alten Försterei ein weiteres Spiel, das von der Stimmung geprägt sein wird - und in dem womöglich der "Wahnsinns-Run" fortgesetzt wird.
"Gute Chance" auf Halbfinale
Am Dienstagabend (20:45 Uhr) kommt es zum Pokal-Spektakel zwischen den Kiezkickern und den Eisernen. Zuletzt gab es die Begegnung vor drei Jahren, als beide Teams noch in der 2. Bundesliga aufeinandertrafen. In der Saison 2018/19 war dabei nicht wenig Spektakel geboten - denn ein 4:1-Sieg im Hinspiel für Union konterte St. Pauli im Rückspiel mit einem 3:2-Sieg. Anschließend verabschiedeten sich die Berliner ins Oberhaus. "Man muss neidlos anerkennen, dass uns Union in den letzten fünf Jahren im sportlichen Bereich abgehängt hat", hielt FCSP-Coach Timo Schultz vor dem erneuten Aufeinandertreffen fest.
Im Viertelfinale des DFB-Pokals soll es dennoch eine Partie auf Augenhöhe werden. "Die Alte Försterei ist für uns nun ein Wahnsinns-Run, den wir gerne fortsetzen würden", kündigte der Hamburger Fußballlehrer nach stimmungsträchtigen Auftritten in Magdeburg und Dresden, sowie dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund an. "Es ist für uns keine Selbstverständlichkeit überhaupt die 2. Runde zu erreichen. Jetzt steht wir im Viertelfinale und haben eine gute Chance das Halbfinale zu erreichen", machte Schultz noch einmal allen Beteiligten klar - und will die Chance ergreifen.
Drei Fragezeichen im Kader
Im Vergleich zum Auftritt gegen Ingolstadt haben sich drei Fragezeichen im Kader der Hamburger ergeben, sodass ein Einsatz von Philipp Ziereis (Oberschenkelprobleme), Leart Paqarada und Adam Dzwigala (beide angeschlagen) nicht gewiss ist. Unabhängig vom Personal rechnete Schultz selbstverständlich mit viel Widerstand der Berliner. "Als Erstligist sollten sie den Anspruch haben, das Spiel zu gestalten", sagte der Übungsleiter voraus. "Sie haben vorne eine enorme Wucht, wo sie auch aus dem Halbfeld schon in die Box reinkommen wollen. Da ist nicht viel mit Ballzirkulation, da geht es direkt zur Sache." Entsprechend malte sich Schultz aus, dass es kein "großes Abtasten" geben würde.
Somit muss St. Pauli wiederum von Beginn an wach sein. "Wir gehen einfach mal davon aus, dass sich Union Berlin gegen uns nicht hinten reinstellen wird und wir unsere Räume bekommen", betonte Schultz, der die Partie nicht nur als sportliche Möglichkeit sah: "Es ist für uns eine Riesenchance – Pokal-Halbfinale, ich weiß nicht, wie viele unserer Jungs das schon mal geschafft haben." Vieles könnte sich entsprechend am Dienstagabend im Kopf entscheiden. Das spielt möglicherweise dann auch für ein Elfmeterschießen eine Rolle. Das sei für Schultz zwar "keine Lotterie, aber nur schwer zu trainieren". Doch bei einem war sich der Fußballlehrer sicher: "Ich traue meinen Spielern zu, dass sie den Ball aus elf Metern ins Tor schießen." Am liebsten wohl schon vor dem Elfmeterschießen, wenn sich die Möglichkeit ergibt.