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Gjasula-Debüt für Darmstadt ohne Helm und mit Schützenfest

IMAGO / Jan Huebner

Einen besseren Einstand hätte sich Klaus Gjasula bei Darmstadt 98 gar nicht wünschen können. Das erste Spiel des Mittelfeldroutiniers für die "Lilien“ nach seinem Wechsel vom Ligarivalen Hamburger SV geriet durch das 6:1-Schützenfest gegen Aufsteiger FC Ingolstadt für sein neues Team zu einem erlösenden Befreiungsschlag par excellence – und damit für Gjasula auch zum passenden Rahmen für das Ende seiner lange selbst auferlegten "Helmpflicht“.

"Beginne ein neues Kapitel“

"Ich wollte einen Cut machen und neu starten – den neuen Klaus Gjasula präsentieren. Ich habe mir länger darüber Gedanken gemacht. Ich beginne ein neues Kapitel“, erklärte der 31-Jährige nach dem Kantersieg schmunzelnd seine Motivation für den Verzicht auf sein angestammtes "Markenzeichen“.

Von Gjasulas Entscheidung war sogar Darmstadts Trainer Torsten Lieberknecht überrascht. "Ich habe ihn erst suchen müssen, bis ich ihn dann ohne den Helm auch erkannt habe“, berichtete der Coach auf der Pressekonferenz von seiner „Fahndung“ nach dem albanischen Nationalspieler beim Aufwärmprogramm.

Beim ersten Saisonsieg seines Teams sah Lieberknecht umso mehr von seinem Neuzugang. „Er hat uns direkt gut getan. Wir haben uns bei seiner Verpflichtung gedacht, dass Klaus unserer jungen Mannschaft mit seiner 'Schlachterfahrung‘ den notwendigen Halt geben kann, und man hat in einigen Situationen auch gesehen, wie sich seine Nebenleute an ihm orientiert haben“, lobte Lieberknecht: "Es freut mich für ihn, dass er solch einen Einstand hatte.“

"Jeder hat Stolz in sich getragen“

Gjasula war allerdings für den schon nach wenigen Wochen leidgeprüften Coach – Darmstadt hatte seine ersten beiden Punktspiele unter Lieberknecht ohne Torerfolg verlor und war in der ersten Runde des DFB-Pokal unglücklich an Drittligist 1860 München im Elfmeterschießen gescheitert – nach dem Abpfiff nur einer von vielen Gründen zur Freude. "Ich hatte der Mannschaft gesagt, dass sie stolz vom Platz gehen können soll. Und man hat gemerkt, dass jeder diesen Stolz in sich gespürt hat“, resümierte der Ex-Profi voller Anerkennung für die Gala mit Treffern der Doppelpacker Phillip Tietz und Luca Pfeiffer sowie weiteren Toren von Fabian Schnellhardt und Braydon Manu.

Pfeiffer machte aus seiner Erleichterung über den geplatzten Knoten ebenfalls kein Hehl: "Es hat unfassbar viel Spaß gemacht. Wir haben allen gezeigt, dass in der Mannschaft ganz viel Moral und Herz steckt“, sagte der 24 Jahre alte Stürmer.

Lieberknecht mahnte mit Blick auf nächste Spiel am Sonntag allerdings auch schnell zu Realismus: "Wir wissen, dass der nächste Gegner der Hamburger SV ist – auf den werden wir uns jetzt vorbereiten.“