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Gründe für Meyer-Beurlaubung bei Erzgebirge Aue weiter offen

© imago images / Picture Point

Es war eine große Überraschung, als der FC Erzgebirge Aue am Montagmittag die Beurlaubung von Cheftrainer Daniel Meyer und Co-Trainer André Meyer bekanntgab. Zu den Gründen schweigt sich der Verein weiter aus, was Raum für Spekulationen lässt.

Familiäre Gründe?

"Nach einem vertraulichen und persönlichen Gespräch zwischen dem Vorstand des FC Erzgebirge Aue mit Cheftrainer Daniel Meyer und Co-Trainer André Meyer wurde beschlossen, Daniel und André Meyer vorerst zu beurlauben", hieß es in einer knappen Pressemitteilung. Dabei sorgte vor allem das Wort "vorerst" für Irritation. Kehrt das Duo zu einem späteren Zeitpunkt auf den Trainerstuhl zurück? Ganz verschlossen scheint die Tür nicht – wenn man der Theorie folgt, die Beurlaubung habe familiäre Gründe.

Bereits Anfang August hatte sich Daniel Meyer nach einem unerwarteten Todesfall in der Familie eine rund einwöchige Auszeit genommen – sein Bruder André übernahm das Training und saß auch beim Spiel in Wiesbaden auf der Bank. Anschließend kehrte der Fußballlehrer auf die Trainerbank zurück, der Alltag schien wieder einzukehren. Doch wie die "Bild" am Montagnachmittag berichtete, sollen die Brüder mehr Zeit für die Trauerarbeit in ihren Familien benötigen – und seien deshalb freigestellt worden.

Spekulationen um Streit

Eine andere Theorie warf das Blatt in seiner Ausgabe am Dienstag auf. Demnach soll es einen Streit zwischen Präsident Helge Leonhardt und Daniel Meyer gegeben haben. Angeblich habe der Aue-Boss nach der 1:3-Niederlage in Bielefeld eine SMS an das Trainerteam geschickt, worin er dargestellt haben soll, wie er sich das Training künftig vorstelle. Meyer habe sich allerdings nicht reinreden lassen wollen, heißt es.

Auch "Tag24" will von einem Insider "aus dem direkten Umfeld des Vereins" erfahren haben, dass die Beurlaubung die alleinige Entscheidung von Leonhardt gewesen sein soll. Der Aue-Boss äußerte sich bisher nicht. Am Abend verschickte der Verein eine weitere Erklärung und wies darin die Spekulationen "entschieden zurück." Man sei sich "unter Beachtung der gegenwärtigen Situation" einig, keine weiteren Details öffentlich zu machen. Und somit bleibt offen, was hinter der ungewöhnlichen Beurlaubung nach dem guten Saisonstart mit sechs Punkten aus drei Spielen steckt.

Wollitz ein Kandidat?

Nach "Bild"-Angaben werden vorerst Co-Trainer Marc Hensel, Torwarttrainer Max Urwantschky, Athletiktrainer Marc Lorius und Keeper Daniel Haas das Training leiten. Zudem läuft die Suche nach einem neuen Cheftrainer. Ein Kandidat soll laut der Zeitung Claus-Dieter Wollitz von Regionalligist Energie Cottbus sein. Bei den Lausitzern steht der 54-Jährige seit April 2016 an der Seitenlinie und führte den Klub 2018 zurück in die 3. Liga, konnte den direkten Wiederabstieg jedoch nicht verhindern. Zuvor saß er bei Viktoria Köln (Juni 2013 – Dezember 2014) auf der Bank und trainierte zwischen einer ersten Amtszeit in Cottbus (Juni 2009 – Dezember 2011) zweimal den VfL Osnabrück (2004-2009 und 2012-2013). Sein Vertrag beim FCE läuft noch bis 2020.