"Haben dem Gegner hochgeholfen": Lauterns knapper Sieg ärgert Schuster
Spektakel auf der Bielefelder Alm! Der 1. FC Kaiserslautern verspielte in Überzahl beinahe eine 2:0-Führung bei kriselnden Ostwestfalen, doch kurz vor Schluss konnte Daniel Hanslik doch noch den Siegtreffer für die Roten Teufel markieren. Cheftrainer Dirk Schuster blickte dennoch mit gemischten Gefühlen auf die Partie zurück.
"Ärgert mich total"
Der Schlüsselmoment am Samstagabend war zweifelsohne ein Zweikampf zwischen Boris Tomiak und Bryan Lasme, als der Bielefelder Stürmer bei einem langen Ball das Bein zu hoch nahm und folgerichtig die gelbe Karte sah - was in Summe bereits nach 45 Minuten die Ampelkarte bedeutete. "Es war eine harte Entscheidung, aber irgendwo auch regelkonform. Der Platzverweis hat die Statik des Spiels verändert, indem auch wir auf einmal riesig etwas zu verlieren hatten", bewertete FCK-Cheftrainer Dirk Schuster die entscheidende Szene gegenüber "Der Betze brennt". Ohne Tore ging es für beide Mannschaften in die Kabine, danach erzielte Lautern zwei schnelle Treffer (54./57.).
Danach sahen die Lautrer wie die sicheren Sieger aus. Allerdings stemmte sich Bielefeld gegen die drohene Niederlage - und wie! "Was nach den beiden Toren passiert ist, ärgert mich total. Spätestens nach dem Schuss an die Latte hätte bei uns der Wecker aktiv werden müssen", raufte sich Schuster die Haare. Denn in Unterzahl kamen die Ostwestfalen zurück, erst ein Lapsus im Spielaufbau und dann ein Elfmeter brachten die Arminia zum 2:2-Ausgleich. "Wir haben einem am Boden liegenden Gegner mit beiden Händen wieder hochgeholfen", stellte Schuster entsprechend fest.
Hansliks emotionale Befreiung
Arminia Bielefeld war sogar drauf und dran, die Aufholdjagd zu vergolden, wie der FCK-Coach fand. "Da hat sich bei mir ein Gefühl breit gemacht, das Spiel sogar noch zu verlieren. Es stimmt mich nachdenklich, dass man bei 2:0-Führung und einem Mann mehr die Spielkontrolle herschenkt. Das werden wir analysieren müssen", ging der 54-Jährige hart mit seiner Mannschaft ins Gericht. Doch das Glück blieb auf Seiten der Roten Teufel, denn kurz vor Schluss fühlte sich niemand für Daniel Hanslik verantwortlich - und der 3:2-Auswärtssieg wurde doch noch eingetütet. "Solche Geschichten schreibt nur der Fußball", so der Siegtorschütze.
Hanslik, der nach vier Startelf-Einsätzen zu Saisonbeginn inzwischen in die Jokerrolle gerutscht war, freute sich enorm. "Nach dem Tor sind viele Emotionen hochgekommen. Die letzten Wochen waren für mich schwierig. Aber das war eine runde Sache heute", so der 26-Jährige nach seinem zweiten Saisontor. Dirk Schuster ist der Fleiß des Offensivspielers nicht entgangen: "Er war auch schon ein Kandidat für die Startelf heute. Nach seiner Einwechslung hat er sauber gegen den Ball gearbeitet. Und der Fleißige wird im Endeffekt belohnt." Das gilt allerdings nicht für die Bielefelder, wenngleich die Ostwestfalen stark zurückgekommen waren. Aber, so Hanslik: "Am Ende aber nochmal zurückzukommen, auch gegen das Stadion - das ist auch eine Qualität von uns."