Hannover stellt allmählich die Weichen: "Sowas von gut für die Seele"

Der Erfolg in Aue bringt Hannover 96 schon fast an die Ziellinie im Kampf um den Klassenerhalt. Sieben Punkte beträgt der Vorsprung der Niedersachsen nun schon vor dem Abstiegs-Relegationsplatz - und nach vier Spielen ohne Sieg durfte Christoph Dabrowski mit seiner Mannschaft wieder jubeln. Zum richtigen Zeitpunkt, wie die Beteiligten fanden.

"Egal, wer die Tore gemacht hat"

14 Spiele als Cheftrainer hat Ex-Profi Christoph Dabrowski nun an der Seitenlinie von Hannover 96 hinter sich. Schon kurz nach Amtsantritt sah es danach aus, dass der 43-Jährige seine Mannschaft aus dem gröbsten Abstiegskampf herausgezogen hat - doch dann kamen zuletzt drei Niederlagen in Folge zustande. In Aue konnte Hannover dann aber doch die Weichen stellen. "Es war an der Zeit, wieder einen Dreier zu holen. Wir haben letzte Woche schon die Niederlagenserie durchbrochen, aber der Auswärtssieg war heute enorm wichtig", blickte Dabrowski auf die letzten Ergebnisse seines Teams zurück.

Begünstigt wurde der Erfolg beim designierten Absteiger durch einen frühen Treffer von Julian Börner (3.) - sofern es überhaupt ein Tor des Innenverteidigers war. "Ich war mit dem Kopf dran, aber mein Gegenspieler meinte, er war auch mit dem Oberschenkel dran. Letztendlich ist mir das jetzt auch egal, wer die Tore gemacht hat", gab der 31-Jährige zu Protokoll. Dass das Nervenkostüm bei den Niedersachsen durchaus angespannt war, zeigte die Reaktion des Abwehrspielers im Nachgang der Partie. "Die drei Punkte tun sowas von gut für die Seele. Es fällt viel Last ab, und hoffentlich können wir den Erfolg mit in die letzten fünf Spiele nehmen", so Börner. Mit 35 Punkten steht Hannover nun sieben Zähler vor Dresden, weswegen immer deutlicher mit den Niedersachsen in der neuen Zweitliga-Saison zu rechnen ist.

Weydandt beendet Torflaute

Der Erfolg in Aue könnte für die Roten entscheidend sein. "Natürlich auch sehr wichtig für die Jungs, für die Psyche und natürlich auch für die Gesamtsituation", zeigte sich Dabrowski daher auch erleichert. Trotzdem können sich die Niedersachsen noch nicht zurücklehnen - spielerisch war das "nicht das Gelbe vom Ei", wie auch Börner festhielt. Weitere Treffer von Hendrik Weydandt (23.) und Sebastian Kerk (75.) verhinderten jedoch, dass Hannover in größere Bedrägnis kam. "Sicherlich haben wir in einer Phase auch das Quäntchen Glück dabei gehabt, aber um ehrlich zu sein, das ist mir heute total egal", betonte Börner.

Kämpferisch hatte Hannover das Spiel in Aue angenommen und sich belohnt. Auch für Weydandt, der zuletzt am 4. Spieltag traf und damit erst sein zweites Saisontor für 96 erzielte, fiel eine Last ab. "Es war das erwartete Drecksspiel", bewertete der 26-Jährige die Partie. "Dass ich getroffen habe, ist natürlich enorm wichtig für mich, aber noch viel wichtiger ist, dass wir dadurch einen Zwei-Tore-Vorsprung hatten. Es ist jetzt eine lange Zeit gewesen, in der ich nicht getroffen hatte." Nun konnte aber auch Weydandt seinen Wert im Saisonfinale hinterlegen.

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