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Harmloser VfL: "Sind vielleicht nicht im Soll, sondern drüber"

Des einen Freud ist des anderen Leid: Während Arminia Bielefeld den 1:0-Derbysieg feiert, muss der VfL Osnabrück durchschnaufen. Seit vier Spielen gab es keinen Sieg und kein Tor mehr aus dem Spiel heraus. Cheftrainer Daniel Thioune bewahrt die Ruhe.

Osnabrücker im Lehrprozess

Beim 1:1-Unentschieden gegen den FC St. Pauli war es ein direkter Freistoßtreffer von Kevin Wolze, weitere Tore sind für den VfL Osnabrück in den letzten vier Partien nicht gefallen. Aus dem Spiel heraus somit kein einziges, was auch Trainer Daniel Thioune bemängelt. Doch der Chefcoach behielt nach der Partie einen kühlen Kopf: "Wir sind in einem Entwicklungsprozess, in einem Lehrprozess."

Anders die Bielefelder, die der Coach zurecht als Spitzenmannschaft der Liga anerkennt: "Im Moment können wir uns nicht auf dem Niveau mit Bielefeld messen, aber auch daraus können wir lernen." Seine Mannschaft habe immerhin durch eine freche Spielweise und hohes Pressing gut mit dem Drittplatzierten der Tabelle mithalten können. "Aber wir haben dann auch feststellen dürfen, dass das, was die Arminia ausmacht, klappte. Sie beweisen Ballqualität im Stress", sprach Thioune dem Gegner ein Kompliment aus, das dieser später mit einem Erfolg krönte.

"Gegner hat uns nicht mehr zugestanden"

Dabei war Thioune nicht gänzlich unzufrieden: "Wir haben dem Gegner keine Räume gegeben, wir haben kontrolliert verteidigt. Dann ist es das, wir haben Bielefelds Torhüter nicht zu einer Parade gezwungen." Gerade als der Osnabrücker Coach die nächste Umstellung plante, schlugen die Ostwestfalen zu: "Durch die etwas offenen Räume im Zentrum war die Überlegung, Marcos Alvarez zu bringen. Er stand auch schon bei uns und dann wird man aufgrund der Gegnerqualität bestraft."

Ein Missverständnis und ein Fehler in der Innenverteidigung führten zum Knock-Out für die Osnabrücker, die anschließend keine weiteren Mittel fanden. "Da sieht man deutlich, warum es bei der Arminia so gut läuft und bei uns weniger. Der Gegner hat uns danach nichts mehr zugestanden", gestand Thioune ein und wagte einen kurzen Blick auf die Tabelle. Dort steht der VfL mit zehn Punkten im Mittelfeld, zwei Zähler Vorsprung vor den Abstiegsrängen. "Vielleicht sind wir gar nicht im Soll, sondern drüber", versuchte es der Coach mit umgekehrter Psychologie, denn von außen betrachtet hätte man den VfL möglicherweise schlechter eingeschätzt, als es nach dem 9. Spieltag wirklich der Fall sei.