Heidenheim: Trotz vieler Umstellungen wieder kein Heimsieg

Nur drei Tage nach der Pokalviertelfinalniederlage gegen Hertha BSC wurde das stark ersatzgeschwächte Team um Trainer Frank Schmidt bereits wieder in der Liga gefordert. Nur vier Feldspieler und ein Ersatztorhüter nahmen auf der Ersatzbank Platz. Schmidt setzte gegen den SV Sandhausen auf frische Kräfte und veränderte die Startelf vom Mittwoch auf ganzen fünf Positionen. Wirklich ausgezahlt haben sich die Änderungen nicht, da trotz der Führung durch Denis Thomalla die Gäste aus Sandhausen spät durch den eingewechselten Ranisav Jovanovic zum Ausgleich kamen.

Heidenheim steigert sich von Minute zu Minute

Das Spiel begann sehr Verhalten. Beide Teams waren darauf bedacht Fehler zu vermeiden, wobei Sandhausen die Hausherren bereits früh in der eigenen Hälfte unter Druck setzte. So erarbeiteten sich die Gäste einige Freiheiten und kamen aus der Distanz zu zwei Abschlüssen, die aber für Jan Zimmermann keine Probleme darstellten. „Am Anfang waren wir noch nicht so im Spiel, da war kein Zug nach vorne da“, so Schmidt. Danach nahm die Leistungsfähigkeit des FCH exponentiell zu. Mit zunehmender Spieldauer im ersten Spielabschnitt arbeiteten sich die Heidenheimer immer besser in die Partie und zeigten den 11.300 Zuschauern auch einige, feine Kombinationen. Hier harmonierte das Sturmduo Robert Leipertz und Thomalla sehr gut. Der Winterneuzugang zeigte ein starkes Startelfdebüt in der Liga und war stets in Bewegung. Für den Torerfolg musste dann aber doch ein Standard herhalten. Eine Ecke führte Marc Schnatterer kurz auf Leipertz aus, der sich gegen Andrew Wooten durchsetzte und den Ball an den zweiten Pfosten flankte, wo Neuzugang Thomalla stand und den Ball problemlos zur Führung in die Maschen köpfte (20.). Eine kompakte Defensive und ein sicherer Spielaufbau sorgten in der Folge für ein deutliches Übergewicht der Heidenheimer. Besonders Timo Beermann, der Mathias Wittek in der Innenverteidigung ersetzte, strahlte Ruhe aus und überzeugte mit einem sicheren Passspiel. Sandhausen war bis zur Halbzeit gar nicht mehr anwesend und konnte sich bei seinem Torhüter Marco Knaller bedanken, der dafür sorgte, dass es mit dem knappen Rückstand in die Kabine ging. Ein scheinbar geklärter Eckball kam zu Ben Halloran, der den Ball aus 25 Metern direkt aus der Drehung aufs Tor schoss, aber Knaller bewies mit einer starken Flugeinlage seine Stärken auf der Linie (30.)

Jovanovic kommt und trifft

Auch nach dem Seitenwechsel gingen die ersten Minuten an die Gäste, welche aus ihrer Lethargie erwachten und wieder aktiv am Spielgeschehen teilnahmen. So wurde Thomas Pledl an der Strafraumkante freigespielt und fackelte gar nicht lang. Zimmermann zeigte sich jedoch hellwach und lenkte den Ball über die Latte (57.). Damit wurden auch die Heidenheimer wieder geweckt und suchten ihrerseits die Entscheidung. Arne Feick setzte Schnatterer in Szene, der in einer flüssigen Bewegung, den Ball mit dem Rücken zum Tor annahm und aus der Drehung zum Abschluss kam. Der Innenpfosten verhinderte, dass diese schöne Aktion mit einem Tor belohnt wurde (60.). Knaller wäre in dieser Szene machtlos gewesen, aber zeigte nach acht Minuten wieder sein ganzes Können. Erst parierte er einen Schuss von Feick und darauf kam Leipertz zwei Meter vor dem Tor an den Ball und suchte sofort den Abschluss, aber Knaller schmiss sich nach vorne und parierte den Ball instinktiv mit dem Fuß ab. Sollten sich die vielen Chancen am Ende rächen? Zumindest einer hatte eine Vorahnung. „Du musst zuhause das 2:0 machen, dann brennt nichts mehr an. So kann es in der 2. Liga immer sein, dass du nach einem Standard ein Gegentor kassierst“, so Schmidt. Aber auch die Zuschauer sahen, dass sich die Kräfteverhältnisse immer mehr zu Gunsten des SVS verschoben haben. Der FCH ließ sich zu weit in die eigene Hälfte drücken und kam auch zu keiner Kontersituation mehr. Auch die frischen Kräfte in Form von Marcel Titsch-Rivero und Geburtstagskind Bard Finne brachten nicht den gewünschten Erfolg. Statt Entlastung drängte der SVS auf den Ausgleich. Aus 17 Metern strich ein Schuss vom eingewechselten Korbinian Vollmann nur haarscharf am Pfosten vorbei. Langsam lief den Gästen aber die Zeit davon, aber fünf Minuten vor dem Ende sollte ihnen doch noch der Ausgleich gelingen. Eric Schaaf schlug die Ecke scharf an den ersten Pfosten, wo Jovanovic sich lösen konnte und frei zum 1:1 einköpfte. Auch die Schlussphase gehörte den Gästen, die dann aber keine zwingende Chance mehr für sich verbuchen konnten. Ein Sieg wäre aber auch des Guten zu viel gewesen. Heidenheim hatte klare Chancen bereits früh den Sack zuzumachen. Jedoch ließen sie sämtliche Chancen ungenutzt und waren in der letzten halben Stunde viel zu passiv und gaben den Sandhäusern zu viele Räume, die diese dann auch zu nutzen wussten und am Ende auch nicht unverdient zum Ausgleich kamen.

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