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Heidenheim überzeugt beim Debüt: Kampfgeist zahlt sich aus

Niemand hätte das für möglich gehalten. Am vergangenen Freitag startete die 2. Bundesliga in die neue Saison, aber den ersten Sieger gab es erst am Sonntag. Ausgerechnet dem Aufsteiger aus Heidenheim wurde diese Ehre zu teil. Mit einem 2:1 (1:1) über den FSV Frankfurt glückte dem 1. FCH die Zweitligapremiere. Björn Schlicke brachte die Gäste zwar in Führung. Heidenheims Kapitän Marc Schnatterer aber erzielte noch vor der Halbzeit den Ausgleichtreffer. Nach der gelb-roten Karte für Manuel Konrad kurz nach Wiederanpfiff diktierten die Hausherren das Geschehen. Doch erst fünf Minuten vor dem Ende gelang Joker Patrick Mayer der Siegtreffer

FSV Frankfurt zu harmlos

Das Ergebnis täuscht über den recht einseitigen Spielverlauf hinweg. Mit fast 60% Ballbesitz gaben die Hausherren klar den Ton an. Frankfurt konzentrierte sich primär auf die Defensive und versuchte durch Balleroberungen und ein schnelles Umschaltspiel zu Chancen zu kommen. Und genau dies führte in der Anfangsviertelstunde zur  Führung der Gäste. Schembri marschierte gen Heidenheimer Tor und konnte von Strauß nur mit einem taktischen Foul gestoppte werden. Der anschließende Freistoß wurde von Konrad verlängert. Neuzugang Zimmermann ließ den Ball abprallen und Schlicke stand richtig und traf zum 0:1. Das hatte sich der Neuling anders vorgestellt und es dauerte auch einige Minuten bis sich der 1. FCH von diesem Schock erholt hat. Es sollte aber das einzige negative Erlebnis am heutigen Tag sein. Fortan bestimmten die Hausherren die Partie und Frankfurt kam im gesamten Spielverlauf zu keiner klaren Chance mehr. FSV-Coach konnte dies nur bestätigen. „Wir haben nach vorne zu fehlerhaft agiert. Wir haben die Bälle oft mit dem ersten Pass schon gar nicht an den Mann gebracht und im weiteren Verlauf die Bälle auch zu einfach verloren.“ Heidenheim knüpfte mit diesem konzentrierten Defensivauftritt nahtlos an die vergangene Saison an.

Großer Kampfgeist zahlt sich aus

Dass zu Saisonbeginn nicht alles perfekt laufen würde, war allen klar. Aber was zum Saisonstart zu erwarten war, ist der unbedingte Will zum Sieg. Das und die Euphorie beim Zweitligadebüt als Sieger vom Platz zu gehen, beflügelte das Team von Frank Schmidt und ließen sich auch durch den Rückstand nicht unterkriegen. Beispielhaft für diesen Einsatz dient auch der Ausgleich. Griesbeck geriet ins Stolpern, aber anstatt sich fallen zu lassen und einen Freistoß herauszuholen blieb er standhaft und spitzelte den Ball weiter zu Niederlechner. Dieser drang in den Strafraum ein und konnte im letzten Moment mit einer Grätsche den Ball zu Schnatterer ablegen, der ebenfalls einen Tick eher am Ball war als sein Gegenspieler und noch vor der Halbzeit den viel umjubelten Ausgleichtreffer erzielte.

Joker stechen 

Die fast 40-minütige Überzahl zu Ende der Partie konnten die Hausherren anfangs noch nicht nutzen. Auch Schmidt war nicht vollends zufrieden. „Der Gegner stand noch tiefer. Da hatten wir einfach keine spielerische Lösung für gehabt und das Spiel nicht genug in die Breite gezogen. Die Außenverteidiger sind meistens auch zu weit eingerückt. So wird es auch gegen zehn Mann schwer.“ Vor allem durch die Einwechslungen von Mayer und Grimaldi sorgte Schmidt dann für neuen Schwung. Das frische Stürmerduo brachte die Gästeabwehr ein ums andere Mal in Verlegenheit. So waren auch beide Akteure am zweiten Torerfolg direkt beteiligt. Grimaldi steckte den Ball zu Mayer durch, dessen Schuss, noch leicht abgefälscht, im kurzen Eck einschlug. Mayer blieb trotz des eminent wichtigen Treffers bescheiden. „Ich bin froh der Mannschaft geholfen zu haben, aber am Wichtigsten sind die drei Punkte.“ Es war am Ende dann doch noch die perfekte Premiere beim Zweitligadebüt. Doch keiner im Verein ordnet diesen Erfolg falsch ein. Es war der erste Schritt in Richtung Klassenerhalt. Und bereits direkt nach dem Spiel fokussierte sich das Team auf die Auswärtsaufgabe am kommenden Samstag bei der Eintracht aus Braunschweig.

FOTO:  FU Sportfotografie