Heidenheim wartet weiterhin auf den ersten Heimsieg im Jahr 2017
Ein mittelprächtiges Zweitligaspiel zwischen dem 1. FC Heidenheim und dem SV Sandhausen sahen die 11.500 Zuschauer in der Heidenheimer Voith-Arena. Ein Blitzstart der Gäste in Form von Jakub Kosecki und die Erhöhung durch Denis Linsmayer brachte den 1.FCH früh ins Hintertreffen. Arne Feick konnte noch vor der Halbzeit verkürzen und Marc Schnatterer erzielte vom Punkt den Ausgleich. In der Schlussphase gelang den beiden Teams kein Treffer mehr, dafür musste je ein Spieler von beiden Mannschaften noch vor dem Abpfiff frühzeitig mit der gelb-roten Karte vom Platz.
Heidenheim findet überhaupt nicht statt
Bereits beim Anstoß merkte man den Heidenheimern an, dass sie überhaupt nicht auf dem Platz waren und kein Bein auf den Boden bekamen. So war es bereits nach 85 Sekunden soweit, dass die Gäste in Führung gingen. Bei einem Einwurf schlief die komplette Mannschaft des FCH. Lucas Höler flankte von rechts in die Mitte und kein in blau gekleideter Heidenheimer fühlte sich für Kosecki verantwortlich, der den Ball per Direktabnahme ins kurze Eck unterbrachte. Sandhausen verteidigte sehr geschickt und den Hausherren sah man die Unsicherheit ins Gesicht geschrieben. Keine gelungene Offensivaktion und auch in den Zweikämpfen musste man sich oft den Spielern aus der Kurpfalz beugen. Diese ihrerseits spielten keineswegs groß auf, aber holten aus ihren vorhandenen Mitteln das Maximum heraus. Durch ein konsequentes und griffiges Abwehrverhalten hielt man den Gegner weit vom eigenen Tor weg. Nach knapp einer halben Stunde gelang den Gästen auch wieder eine gelungene Angriffsaktion. Ein einfacher Pass über rechts nach vorne erreichte Kosecki, der Wittek mit einer einfachen Körpertäuschung ganz alt aussehen ließ und bis zur Grundlinie marschierte. Wie in der Jugend bereits gelernt kam dann der Pass in den Rücken der Abwehr und Linsmayer schloss direkt ins lange Eck ab und erhöhte für sein Team (28.). Wie aus dem Nichts zappelte dann der Ball auch im Netz des SVS. Doch Timo Beermanns Kopfballtreffer wurde nicht anerkannt, da zuvor ein Offensivfoul geahndet wurde. Bezeichnend für den bisherigen Tag verletzte sich Beermann bei dieser Aktion schwer an der linken Schulter und musste ausgewechselt werden. Tim Skarke kam für Beermann in die Partie, aber besser wurde das Spiel des FCH jedoch nicht. Es war der bis dato schwächste Heimauftritt der Heidenheimer. Aber das Team von Trainer Frank Schmidt ist keineswegs eine Mannschaft, die sich ihrem Schicksal ergibt. Noch vor der Halbzeit erzielten die Hausherren den Anschlusstreffer. Ein gut getretener Eckball von Schnatterer fand am zweiten Pfosten den Kopf von Feick und dieser köpfte unbedrängt das 1:2 (45. + 2). „Wir haben extrem fahrlässig verteidigt. Wir waren insbesondere im Kopf viel zu langsam. In der ersten Halbzeit standen wir neben unseren Schuhen, was jeder deutlich gesehen hat“, so Schmidt zum pomadigen Auftreten seines Teams im ersten Spielabschnitt.
Turbulente Schlussphase mit zwei Platzverweisen
Etwas verbessert kamen die Schwaben aus der Kabine, aber die ganz große Drangphase blieb aus. Sandhausen verlor nun immer mehr die Kontrolle über das Spiel, aber Heidenheim wusste mit der optischen Überlegenheit und dem vielen Ballbesitz nichts anzufangen. „In der zweiten Halbzeit hat meine Mannschaft Charakter gezeigt und sich in das Spiel reingebissen“, so Schmidt, der sein Team nun deutlich verbessert sah. Eine kuriose Szene ergab sich in der 66. Spielminute. Ein Einwurf des FCH flog in den Strafraum und Tim Knipping stoppte den Ball ohne Bedrängnis eines Gegenspielers mit der Hand. Den fälligen Strafstoß verwandelte Schnatterer sehr sicher zum 2:2. Am Spielgeschehen änderte sich nicht viel. Den Zuschauern wurde viel Stückwerk angeboten. Intensive Zweikämpfe und viele Fouls überwiegten in der Partie. Die Schlussphase hatte dann noch einiges zu bieten. Nach einer Flanke von Schnatterer gingen John Verhoek und Daniel Gordon ins Kopfballduell, dort sprang der Ball an die Hand des Sandhäuser Verteidigers, aber diesmal blieb der Elfmeterpfiff aus. Ernsthaft gefährlich wurde es aber nur nach ruhenden Bällen. Doch sowohl den Freistoß von Schnatterer (81.), als auch den Freistoß vom eingewechselten Denis Thomalla (85.) entschärfte Marco Knaller im Tor des SVS. Auch nach einer Flanke von Schnatterer fand der Kopfball Thomallas nicht den Weg ins Tor (87.). Die Nachspielzeit sollte dann noch einmal für große Aufregung sorgen. Zuerst foulte der eingewechselte Daniel Lukasik an der Strafraumgrenze Feick und flog mit der gelb-roten Karte vom Platz. Den anschließenden Freistoß zirkelte Schnatterer perfekt auf den Kopf von Thomalla, der jedoch zu genau zielte und aus bester Position nur den Außenpfosten traf (90. + 2). In der dritten Minute der Nachspielzeit musste dann auch noch Verhoek nach einem Zweikampf vor dem gegnerischen Strafraum mit Gelb-Rot vom Platz. Umgehend danach war Schluss und die Heidenheimer ergatterten nach einer erschreckend schwachen Anfangsphase noch einen Punkt und holten gar einen zwei Tore Rückstand auf. Mit ein bisschen mehr Fortune, wäre am Ende sogar doch ein dreifacher Punktgewinn möglich gewesen, was nach dem gezeigten Auftritt dann aber wohl doch des Guten zu viel gewesen wäre.