Hertha beendet Durststrecke: "Taten sind etwas anderes als Worte"

Bei Hertha BSC hat der erste Sieg des schon gar nicht mehr allzu neuen Jahres gemischte Gefühle hinterlassen. Nach dem 2:1 (1:0) bei Aufstiegsaspirant SpVgg Greuther Fürth standen der spürbaren Erleichterung über das ersehnte Erfolgserlebnis nach zuletzt drei Pflichtspielpleiten in Serie große Sorgen um Matchwinner Marc Kempf gegenüber.

"Waren als Kollektiv füreinander da“

"Wir haben uns vorher in die Pflicht genommen, weil wir zuletzt etwas schuldig geblieben sind. Worte sind das eine, mannschaftliche Geschlossenheit das andere, Taten noch einmal etwas anderes. Als Kollektiv waren wir füreinander da. Das war der ausschlaggebende Grund, weshalb wir als Sieger vom Platz gegangen sind. Das war ein sehr gutes Signal“, bewertete Offensivspieler Fabian Reese auf der Vereinshomepage Berlins vierten Auswärtssieg.

Auch Hertha-Coach Pal Dardai betonte in seiner Zusammenfassung die positiven Aspekte des nach einer Gelb-Roten Karte für Florian Niederlechner in der Nachspielzeit (90.+10) in Unterzahl verteidigten
Erfolgs. "Wir sind clever gewesen, auch gegen den Ball“, meinte der Ungar. Einzig mit der Chancenverwertung haderte Dardai: "Wir hätten die Partie auch vorher über Konter entscheiden können.“

Doppelpacker Kempf womöglich schwerer verletzt

Doch letztlich reichte Kempfs Doppelpack (34. und 63.) zu den drei erhofften Zählern. Weil der 29-Jährige jedoch bei der Landung nach seinem Kopfball zum 2:1 der Hertha umknickte, konnten sich weder der gebürtige Hesse noch seine Kollegen überschwänglich freuen.

Ersten Eindrücke vom Platz und von Kempfs nur gestützt möglichen Abgang lassen eine längere Zwangspause befürchten. Hertha äußerte sich zunächst nicht zu Kempfs Gesundheitszustand.

Insgesamt hat Berlin durch die Beendigung seiner Durststrecke (zuvor nur ein Punkt aus den ersten drei Liga-Spielen des Jahres) nun einen vorerst beruhigenden Sicherheitsabstand von acht Punkten zur Abstiegszone. Genauso groß allerdings ist der Rückstand zum drittplatzierten Hamburger SV auf dem Relegationsrang. Der tatsächliche Wert des Erfolgs in Fürth für die Hertha über die atmosphärischen Auswirkungen hinaus lässt sich womöglich aber auch erst nach dem Duell am Freitag mit dem 1. FC Magdeburg messen.

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