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HSV verpasst Aufstieg: "Eine sehr große Enttäuschung"

imago images / Poolfoto

Der Hamburger SV hat einmal mehr die Rückkehr in die Bundesliga verpasst und sieht sich nach dem peinlichen 1:5 gegen den SV Sandhausen am letzten Spieltag erneut dem Hohn und Spott der Fußballfans ausgesetzt. Trainer Dieter Hecking wies hinterher darauf hin, dass man den Aufstieg auch schon in den Wochen zuvor verspielt habe und Präsident Marcell Jansen kündigte für die kommenden Tage eine genaue Analyse an.

Blamage gegen Sandhausen begräbt Aufstiegs-Hoffnungen 

Und dann traf ausgerechnet auch noch Dennis Diekmeier. Der langjährige Profi des Hamburger SV (184 Pflichtspiele von 2010-2018) und jetzige Kapitän beim SV Sandhausen war deutschlandweit vor allem als Spieler ohne Torinstinkt bekannt, bevor er beim 1:0 gegen den SV Wehen Wiesbaden in dieser Saison seinen allerersten Treffer feiern durfte – nach sage und schreibe 293 Pflichtspielen. Gegen seinen Ex-Verein im Volksparkstadion folgte nun das zweite Saisontor des 30-jährigen Verteidigers, es war das 5:1 in der Nachspielzeit. Zwar war das Spiel zu dem Zeitpunkt bereits entschieden, doch es passte ins Bild, dass der HSV auch noch diese Demütigung hinnehmen musste.

Denn wieder einmal flog den Hamburgern das Ziel Wiederaufstieg um die Ohren. Und das, obwohl wegen Heidenheims 0:3-Niederlage in Bielefeld sogar ein Unentschieden im eigenen Stadion für die Teilnahme an den Aufstiegsspielen gereicht hätte. Doch die Hamburger zeigten von Beginn an, dass sie dem großen Druck nicht gewachsen waren, produzierten einen Fehler nach dem anderen und lagen durch ein Eigentor von Rick van Drongelen (13.) und einem Treffer durch Kevin Behrens (22.) schon früh mit 0:2 zurück. "Heute hat man gesehen, dass wir unter einer sehr großen Anspannung gespielt haben. Wir dürfen nicht zwei solch leichte Gegentore kriegen", fasste ein konsternierter Dieter Hecking nach Abpfiff zusammen.

Van Drongelen erleidet Kreuzbandriss

Durch einen verwandelten Foulelfmeter von Aaron Hunt (62.) schöpften die Norddeutschen zwar kurzzeitig neue Hoffnung, ein weiterer Behrens-Treffer (84./Foulelfmeter) und die Tore von Mario Engels (89.) und eben Diekmeier (90.+3) gaben dem einstigen Bundesliga-Dino aber den Rest. Zu allem Überfluss musste auch noch Abwehr-Chef van Drongelen nach etwas mehr als einer halben Stunde verletzungsbedingt ausgewechselt werden und zog sich einen Kreuzbandriss im linken Knie zu, wie der Verein nach dem Spiel bekanntgab.

"Es ist eine sehr große Enttäuschung. Wir haben den Aufstieg aber nicht nur heute verspielt, sondern insgesamt nach dem Re-Start", wollte Hecking den undankbaren vierten Platz in der Endabrechnung der Saison nicht nur an dieser letzten Begegnung festmachen. "Wir haben zu viele einfache Fehler gemacht, zu viele Gegentore kassiert, gerade auch späte Gegentore. Wir haben es selbst verspielt", so der  55-Jährige weiter.

Jansen kündigt Analyse an 

Tatsächlich holten die Norddeutschen nach der Corona-Pause nur noch zehn Punkte aus neun Spielen und kassierten dabei alleine fünf Gegentreffer in der Nachspielzeit. "In den letzten Wochen haben wir uns in wichtigen Momenten viele Punkte wegnehmen lassen, die uns in diese Situation gebracht haben. Am letzten Spieltag ist es ein anderer Druck, dennoch ist so eine Leistung nicht zu entschuldigen", bezog auch HSV-Präsident Marcell Jansen Stellung zum verpassten Aufstieg und kündigte an, "in den kommenden Tagen in die Analyse gehen" zu wollen. Dort dürfte so einiges auf den Prüfstand gestellt werden, nicht zuletzt wohl auch die Zusammenarbeit mit Trainer Hecking. An dem Ergebnis dieser Spielzeit wird das aber nichts mehr ändern, im Herbst wird der HSV in seine dritte Zweitligasaison in Folge gehen müssen.