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Jatta trifft: Hecking ein "sehr glücklicher Trainer"

Mit einer Weltklasse-Parade verhinderte HSV-Torhüter Daniel Heuer Fernandes beim Heimsieg gegen Hannover 96 den Anschlusstreffer der Gäste, ehe Bakery Jatta den entscheidenen 3:0-Treffer erzielte – das Kollegium rund um den Gambier zelebrierte den "Gänsehautmoment" im Anschluss an die Partie in Worten.

Alle stehen hinter Jatta

Außenstürmer Khaled Narey bereitete zwei Treffer vor, Neuzugang Sonny Kittel erzielte den vierten Treffer im fünften Spiel und Keeper Daniel Heuer Fernandes rettete die Hamburger beim zwischenzeitlichen Stand von 2:0 per sensationellem Reflex vor dem Anschlusstreffer der Gäste aus Hannover – und trotzdem kannte der 3:0-Erfolg des Hamburger SV insbesondere einen Gewinner: Bakery Jatta. Der 21-jährige Gambier, in dessen Identitätsfrage nach wie vor keine Klarheit herrscht, erzielte den entscheidenden Treffer zum Endstand und das Stadion explodierte. "Ich muss zugeben, dass ich bei dem Treffer von Jatta Gänsehaut hatte. Das Stadion ist komplett ausgerastet. Man sieht, wie sehr unsere Fans und der ganze Verein hinter ihm stehen", gestand Mittelfeldmotor Adrian Fein beispielsweise ein, das restliche Kollegium schloss sich dieser Meinung ausnahmslos an.

"Es freut mich unglaublich für Baka, dass er das dritte Tor erzielt hat", so Doppelvorbereiter Narey, der sich besonders über die Stimmung im Stadion freute: "Man hat gesehen, was danach hier im Stadion los war. Das Spiel hätte kein besseres Ende nehmen können. Das war die Krönung." Dass er am Ende des Tages die restlichen beiden Tore vorbereitet und nicht selbst eingenetzt hatte, war dem Außenstürmer dagegen nicht wichtig: "Ist vollkommen egal. Hauptsache wir machen die Tore." Darin zeigte sich in erster Linie Sonny Kittel bislang erfolgreich, sein Treffer gegen Hannover war bereits der vierte für den HSV. "Natürlich freue ich mich innerlich sehr und genießen den heutigen Tag, aber wir befinden uns noch am Anfang der Saison", erklärte der Mittelfeldregisseur, der im vergangenen Jahr noch mit dem FC Ingolstadt abgestiegen war. Auch deshalb warnte Kittel: "Auch wenn es eine Floskel ist, müssen wir jtzt intensiv von Woche zu Woche und von Spiel zu Spiel arbeiten. Jeder Gegner ist in dieser Liga ekelig. Das ist Fakt."

"Beweislage wird im Sande verlaufen"

Sein Coach, Dieter Hecking, sei derweil einfach nur ein "sehr glücklicher Trainer" – für den Moment. "Ich finde, wir haben es von der Halbzeit bis zum 3:0 in einer Art und Weise gespielt, die nicht selbstverständlich ist. Das war sehr dominant", lobte der Fußballlehrer seine Mannschaft, der er eine gute Spielkontrolle und aufmerksames Defensivverhalten attestierte. Dass dann ausgerechnet Bakery Jatta das Spiel entschied, ließ Hecking nicht unberührt: "Ein besseres Drehbuch hätte man nicht schreiben können. Das ist der Fußball, der diese Geschichte geschrieben hat."

Hecking sprach auch für seinen Schützling, äußerte den Wunsch nach einer Klärung der Sachlage in der Länderspielpause. "Ich habe schon so häufig etwas dazu gesagt. Ich bleibe dabei: Wenn man Baka etwas nachweisen kann, dann muss er dafür geradestehen. Aber die Beweislage, die ich kenne, die wird im Sande verlaufen", glaubte der 54-Jährige nicht mehr daran, dass Jatta eine Verurteilung drohe. Für Hecking steht nur noch das Menschliche im Vordergrund: "Wie der Junge damit umgeht, das ist sensationell. Er hat aber gerade nach dem Karlsruhe-Spiel zwei richtig schwierige Tage gehabt, weil er nicht verstanden hat, warum ihn die Leute auspfeifen. Das war das Größte, was wir mit ihm besprechen mussten." Und Jatta? Der zahlte das Vertrauen seines Coaches mit einem Treffer zurück – zur Freude eines ganzen Vereins.