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"Kannst du nicht jedes Mal aufholen": FCSP kassiert weitere Nackenschläge

© imago images / MIS

Der FC St. Pauli kassiert gegen Karlsruhe die zweite Saisonniederlage und rutscht unter den Strich. Ein frühes Gegentor brachte die Mannschaft von Cheftrainer Timo Schultz erneut aus dem Konzept, sodass den Kiezkickern über weite Strecken der Partie die Überzeugung fehlte, um das Ergebnis noch abwenden zu können. Noch ist keiner in Alarmbereitschaft.

"KSC heute haushoch überlegen"

Nach außen hin wirkt beim FC St. Pauli nach der 0:3-Pleite gegen Karlsruhe alles ruhig, doch innerlich wird bei den Kiezkickern wohl kaum Freude und Heiterkeit herrschen. Im engen Tabellenfeld der 2. Bundesliga rutschten die Hamburger nach dem vergangenen Spiel unter den Strich, stehen nun vor der Länderspielpause auf einem direkten Abstiegsplatz. Die Bilanz (ein Sieg, vier Remis, zwei Niederlagen) hilft Cheftrainer Timo Schultz nicht weiter, der KSC sorgte für klare Verhältnisse im Kellerduell. "Meine Mannschaft hat viel investiert und immer wieder versucht, den Gegner zu bespielen. Karlsruhe stand aber spätestens im eigenen Strafraum sehr kompakt. Im Fußball zählen nun mal geschossene und kassierte Tore", so der Übungsleiter wohlwissend, dass diese Quote beim FCSP nicht stimmt.

Schultz sprach nach der Partie von hohen Investitionen ins Spiel, doch der Ertrag daraus war praktisch nicht vorhanden. "Wenn es knackig wird und es darum geht, Tore zu erzielen und zu verhindern, sind wir nicht präsent und unterstützen uns nicht gut", stellte auch der 43-Jährige fest. Im Gegensatz zu seiner eigenen Mannschaft brachte die Gäste diese Fähigkeiten auf den Platz: "Das hat der KSC heute eiskalt ausgenutzt. In beiden Hauptdisziplinen war uns der KSC heute haushoch überlegen." Dass der FCSP dann in dieser Deutlichkeit verliert, dürfte zumindest intern für Nervosität sorgen.

FCSP hadert mit Rückständen

Die Kritik des Cheftrainers richtet sich überwiegend an die Durchschlagskraft vor dem gegnerischen Kasten, von Wille und Leidenschaft war aber bei allen Investionen nur wenig zu sehen. So fand zumindest Abwehrchef Daniel Buballa: "Uns hat heute einfach die Überzeugung gefehlt, sowohl mit dem Ball als auch gegen Ball. Wir waren nicht aggressiv und kämpfersich genug, das war einfach zu wenig." Den Kiezkickern fehlte die Aggressivität auf dem Platz, schon früh liefen sie einem Rückstand hinterher. Der Gegentreffer in der 4. Spielminute war bereits das dritte Gegentor in der Anfangsviertelstunde.

Grundsätzlich erkämpfte sich St. Pauli erst zwei Führungen in der Saison. Der 1. FC Heidenheim wurde dabei überrollt, der Hamburger SV überrascht. Am Ende standen vier Punkte für die Kiezkicker zu Buche – bei insgesamt sieben Zählern zeigt sich aktuell die Wichtigkeit eines Führungstreffers im Spiel der Hamburger. "Wir haben noch einiges an Arbeit vor uns und die geht damit los, dass wir auch mal zu Null spielen müssen", sagte Torhüter Robin Himmelmann vor der Länderspielpause an. Einem Rückstand hinterherzulaufen "kannst du nicht jedes Mal abschütteln und jedes Wochenende aufholen". In zwei Wochen (21. November) haben die Kiezkicker den SC Paderborn vor der Brust.