Kehrt Bochum ohne Peter Neururer in die Erfolgsspur zurück?

Zwischen dem 5:1-Auswärtssieg beim FSV Frankfurt am sechsten Spieltag und der damit verbundenen Tabellenführung, sowie dem 4:0-Heimsieg gegen den VfR Aalen lagen insgesamt sieben Spieltage, in denen der VfL ohne Sieg blieb. Auch die beiden letzten Spiele liefen eher enttäuschend für die Bochumer. Einer 0:3-Niederlage in Ingolstadt folgte am Wochenende ein 3:3 gegen Schlusslicht St. Pauli. Dies alles und zudem Unstimmigkeiten zwischen dem Trainer und der Vereinsführung, um Vorstand und Aufsichtsrat, haben nun dazu geführt, dass sich die sportliche Leitung entschieden hat sich am Dienstag von Cheftrainer Peter Neururer zu trennen, was aufgrund der rückläufigen Entwicklung aber schon länger von außen vermutet wurde.

Hoher Toranzahl stehen zu viele Gegentore gegenüber

Zwar hat man beim VfL Bochum endlich wieder Stürmer, die regelmäßig treffen und mit 27 erzielten Toren jetzt schon neun mehr als zum selben Zeitpunkt der letzten Saison und nur drei weniger als in der gesamten letzten Spielzeit. Jedoch hat man mit genau so vielen Gegentoren auch die zweitmeisten Treffer in der Liga kassiert. Vor allem in den letzten beiden Spielen in Ingolstadt und zu Hause gegen den FC St. Pauli mussten die Gegner keine Kunststücke vollbringen, um die VfL-Abwehr zu überlisten. Dabei wiegt es jetzt wahrscheinlich umso schwerer, dass Jan Simunek, der die Abwehr zu Beginn der Spielzeit so stabilisierte, in dieser Saison wohl zu keinem Einsatz mehr kommen wird. Auch scheint die spielerische Leichtigkeit der ersten sieben Spiele, welche die Fans so begeisterte, abhanden gekommen zu sein. Ansatzweise war diese Qualität, die der VfL zweifelsfrei besitzt, in letzter Zeit nur nach dem 2:0-Treffer gegen Aalen zu sehen, wo der Druck auf die Mannschaft bereits abgefallen war. Bei engen Spielständen scheint das Team aber auf diese Leichtigkeit und das schnelle Umschaltspiel derzeit nicht zurückgreifen können.

Ära Neururer in Bochum beendet

Trainer Peter Neururer wird diese Entwicklung indes nicht mehr aktiv beeinflussen können. Dass die Lage in Bochum nicht mehr ganz unbeschwert war, zeigte auch die Stimmung, die nach den letzten Heimspielen im rewirpowerSTADION herrschte. Abgesehen von dem Heimsieg gegen Aalen wurden die „Neururer-Raus“ Rufe zuletzt immer deutlicher. Selbst nach dem 3:3-Remis gegen Pauli, wo die Mannschaft dreimal nach einem Rückstand zurückkam, war die Meinung der Fans gegenüber Trainer Peter Neururer eher negativ. Intern schien dies zunächst aber wohl noch kein Thema zu sein: "Wir haben eine Diskussion, die von außen kommt und nicht von innen. Ich werde mich nicht damit befassen und habe auch keine Lust auf eine Diskussion um die Trainerfrage“, so Sportvorstand Christian Hochstätter gegenüber den "Ruhr Nachrichten". Am Dienstag kam dann die doch etwas überraschende Meldung, dass sich der Verein mit sofortiger Wirkung von seinem Trainer getrennt hat. Als Gründe wurden vereinsschädigende Aussagen des Trainers in den letzten Tagen angeführt, jedoch waren auch die letzten sportlichen Leistungen nicht mehr mit denen der Anfangszeit der Saison vergleichbar. Neururers Co-Trainer Frank Heinemann wird die Mannschaft zunächst bis zur Winterpause betreuen und zum Trainingsstart am 5. Januar soll dann auch ein neuer Trainer gefunden sein. Es bleibt nun abzuwarten, ob die Mannschaft wieder auf ihre Qualität und Stärken zurückgreifen kann und wie sie sich in den verbleibenden drei Spielen gegen Sandhausen, Fürth und Aue präsentiert. Denn eins ist klar: Mit dieser Mannschaft ist mehr drin als in den letzten beiden Jahren.

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