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"Keine Last, sondern große Chance": Capretti über die Relegationsspiele

© IMAGO / Hentschel

Die SG Dynamo Dresden bleibt in der Rückrunde weiterhin ohne Sieg. Somit steht nun auch vorzeitig die Teilnahme an der Zweitliga-Relegation fest. Für Cheftrainer Guerino Capretti sind die zwei zusätzlichen Spiele eine Chance, um eine verkorkste Saison zu retten. Im Vereins-Interview ordnete er die Ausgangslage ein.

"Viel Rückenwind holen"

In der 88. Spielminute entriss Jahn-Stürmer Andreas Albers der SGD erneut einen Sieg. Mit 31 Punkten steckt Dresden nun auf dem Abstiegs-Relegationsplatz fest. Um die Zusatzspiele am 20. und 24. Mai kommt der Aufsteiger nicht mehr herum. "Die Enttäuschung ist noch immer groß, keine Frage", erklärte Guerino Capretti auf der Homepage der Dresdner nach dem 1:1-Remis, durch das die Endplatzierung in der Tabelle vorzeitig klargemacht wurde. Der Fokus gilt nun der neuen Aufgabe: "Ich begreife die Relegation nicht als Last, sondern als eine große Chance. Wir können in nur zwei Spielen nachweisen, dass wir als Team in die 2. Bundesliga gehören."

Zwei Spiele hat die SGD noch, um sich auf die Relegation vorzubereiten. Nach 15 Spielen ohne Sieg in der bisherigen Rückrunde wäre ein Erfolg für die Dresdner wichtig – spätestens in der letzten Partie gegen Erzgebirge Aue. "Das ist ein Derby, ein unfassbar wichtiges Spiel für die Fans und uns. In diesem Match können wir uns viel Rückenwind für die Relegation holen", versicherte Capretti. Dazu bedarf es weiterer Justierung. Die Defensive war zuletzt wieder stabiler und bewegt sich nun auf einem Niveau, wie es in der Hinrunde der Fall war. Offensiv stehen gerade einmal elf Tore in der Rückrunde auf dem Papier.

Capretti und der Relegations-Epos

"Es braucht in meinem Team eine gewisse 'Scheißegal-Mentalität', um all den Widerständen und Hürden permanent trotzen zu können und unser Ding einfach durchzuziehen", forderte Capretti und schweißte sein Team zusammen. "Dass wir das grundsätzliche Können haben, konnten wir in mehreren Phasen bereits beweisen. Daran orientieren wir uns, daher nehmen wir auch unsere Überzeugung, es letztlich zu packen." Allerdings gehöre zur Wahrheit auch, dass die SGD "nicht zu Unrecht auf Platz 16" stehe. In zwei Spielen kann Dresden die Platzierung revidieren.

"Wir sind Aufsteiger, da ist dieser Extra-Weg nicht ungewöhnlich – es liegt an uns, was wir aus dieser Chance machen", schwor der Übungsleiter alle im Umfeld weiter ein – und eröffnete den ganz großen Epos: "In einer Relegation werden Helden geboren. Jeder Beteiligte muss 101 Prozent für Dynamo geben." Ob die SGD dabei auf Braunschweig, Kaiserslautern oder 1860 München treffen wird, spielt keine Rolle. Eine "enttäuschende Rückrunde" könne "urplötzlich in einen guten, stimmungsvollen Saisonausgang" verwandelt werden. Einzig und allein die Leistung der Dresdner wird mitentscheidend: "Es sind zwei Spiele, zwei Schritte, die wir gemeinsam machen müssen."