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Kiel: Freude über Dehms Traumcomeback

© imago images / Poolfoto

Das traumhafte Comeback von Jannik Dehm überstrahlte bei Holstein Kiel sogar die Freude über den ersten Sieg nach drei Monaten: Beim 3:2 (1:0) gegen Aufstiegsaspirant VfB Stuttgart erzielte Dehm im ersten Spiel nach seinem Schienbeinbruch im vergangenen Sommer nur fünf Minuten nach seiner Einwechslung den Treffer zur vorentscheidenden 2:1-Führung (78.) und avancierte damit zum gefeierten Mann des Tages.

"Hätte ich mir nicht erträumt“

"Ich habe natürlich auf meine Chance gehofft, aber dass es direkt beim Comeback mit meinem ersten Zweitliga-Tor klappt, hätte ich mir nicht erträumt“, berichtete Dehm nach dem Abpfiff auf der Homepage der "Störche“ über seine Gefühlswelt. Auch Kiels Trainer Ole Werner freute sich auf der Pressekonferenz nach Spielende für den 24-Jährigen: "Er hat sich dieses Comeback in den vergangenen Monaten trotz unvermeidlicher Rückschläge in der Reha selbst erarbeitet. Deswegen ist das ein besonderer Moment für ihn.“

Einziger Wermutstropfen für Dehm war die zwangsläufige trostlose "Geisterspiel“-Kulisse. "Schade, dass keine Fans im Stadion waren. Das hätte den Moment sicher noch emotionaler gemacht“, meinte der Abwehrspieler.

Der vermisste Jubel war aus Werners Sicht nach dem dritten Spiel der Norddeutschen in Folge ohne Niederlage die einzige negative Auswirkung der weiterhin ungewohnten Atmosphäre: "Wir sind wieder ein Schritt näher an der normalen Intensität gewesen. Wir sind jetzt schon recht nahe am normalen Spiellevel“, schilderte der Coach seine Eindrücke vom ersten Heimspiel unter den neuen Bedingungen der Corona-Vorschriften.

Sieg durch Joker-Tore: "Bank hat Spiel mitentschieden“

Die Steigerung des Niveaus spiegelte sich trotz der frühen 1:0-Führung durch Emmanuel Iyoha (7.) und der Überzahl nach dem Platzverweis für VfB-Ass Daniel Didavi (45.) erst spät auf dem Platz wider. Nachdem Stuttgart trotz seiner Dezimierung zwischenzeitlich sogar noch ausgleichen konnte, brachten Dehm und praktisch im nächsten Spielzug der ebenfalls eingewechselte Lion Lauberbach (79.) den ersten „Dreier“ seit dem 2:1-Erfolg Mitte Februar bei Erzgebirge Aue unter Dach und Fach. "Die Bank hat das Spiel mitentschieden“, freute sich Werner trotz des zweiten Gästetreffers in der Schlussphase über sein "goldenes Händchen“.

Den Rückenwind durch den Sieg gegen ein Topteam des Unterhauses sollen seine Spieler nach Werners Vorstellungen möglichst bald zur endgültigen Sicherung des zumindest theoretisch noch nicht perfekten Klassenerhaltes nutzen. Vor dem Gastspiel am Mittwoch beim VfL Bochum hat der KSV auf Platz sieben jedoch immerhin schon zehn Zähler Vorsprung auf die Gefahrenzone. "Wir wollen“, gab Werner die weitere Marschroute aus, „die ominöse 40-Punkte-Marke schnellstmöglich überspringen.“