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Kiels Mammutprogramm startet: "Spielen uns nicht für Pokal-Halbfinale warm"

© IMAGO / kolbert-press

Holstein Kiel ist zurück aus der Quarantäne und beginnt sein Mammutprogramm in Osnabrück. Gegenüber den meisten Teams in der Liga haben die Störche mittlerweile vier Partien aufzuholen, weswegen jetzt acht Spiele in den nächsten vier Wochen anstehen. Cheftrainer Ole Werner versprach, dass die KSV das Beste aus der Situation machen würde – und kündigte an, dass nicht alles reibungslos laufen wird.

"Mental sind die Jungs gut drauf"

Am Samstag (13 Uhr) darf Holstein Kiel wieder in den Zweitliga-Alltag eingreifen und sich beim VfL Osnabrück beweisen. Das Team von der Förde wird dann noch ohne Ioannis Gelios, Alexander Mühling und Aleksandar Ignjovski starten, weil sich das Trio aufgrund der ihrer positiven Covid-19-Befunden noch in Quarantäne befindet, starten – aber alle anderen sind motivierter denn je. "Jeder ist froh, sich auf dem Platz bewegen zu können. Mental sind die Jungs gut drauf, körperlich nehmen wir eine gewisse Rücksicht", erklärte der KSV-Coach im Rahmen seiner ersten Spieltags-Pressekonferenz seit Wochen.

Einen Groll gegen die allgemeine Situation, die Spieltags-Terminierungen oder eine etwaige Wettbewerbsverzerrung hegte Ole Werner nicht. Natürlich sei alles nicht emotionslos an ihm abgeprallt, aber "es fehlt eine gute Alternative dazu, die Situation so anzunehmen, wie sie ist". Saisonunterbrechungen oder gar -abbrüche sind schließlich keine Option. "In dem Fall sind wir jetzt die Gekniffenen und wir müssen versuchen, das Beste daraus zu machen", so Werner. Vergleichwerte, wie seine Mannschaft nach der langen Pause nun in den Wettbewerb zurückkehren würde, gab es nicht. In den letzten sechs Wochen bestritten sie nur zwei Partien. "Wir werden die erste Mannschaft sein, die in einen Spielrhythmus eintaucht, der so ist, wie er ist", nahm Werner aber auch das sportlich.

Werner will Chancen wahren

Dier erste Auswärtsfahrt geht nun nach Osnabrück, wo die Lila-Weißen an der Bremer Brücke um den Klassenerhalt kämpfen. "Wir beschäftigen uns damit, was auf dem Platz auf uns zukommen kann, aber nicht mit der Situation in Osnabrück", erklärte Werner und fügte an, dass Kiel ohnehin nun erst einmal genug mit sich beschäftigt sei. "Wir müssen unsere Abläufe möglichst schnell wiederfinden, die uns über das ganze Jahr stark gemacht haben." Auf Statistiken, wie zum Beispiel eine Heimschwäche der Osnabrücker, legte Werner daher auch nicht viel Wert. Gleichzeitig geht es immerhin für die Kieler noch um die eigenen Chancen im Kampf um die Bundeliga.

Wie hoch diese nach der Doppel-Quarantäne noch sind? "Ich weiß es nicht", gestand Werner ein und wollte zunächst die ersten Spiele abwarten. Einen guten Start, wie es auch oft zum Einstieg nach Sommer- oder Winterpausen gilt, wäre für die aktuelle Situation durchaus hilfreich. Trotzdem bat Werner um Geduld. "Es gibt einen sehr detaillierten Schlachtplan. Fakt ist, dass wir eine sehr aktive Mannschaft sind. Wir werden auch darauf vorbereitet sein, dass es Phasen im Spiel geben wird, wo das nicht möglich ist", erklärte der Übungsleiter hinsichtlich des körperlichen Zustandes seiner Mannschaft. Eine Rolle will Kiel dennoch im weiteren Verlauf der Zweitliga-Saison spielen, denn "wir spielen uns jetzt nicht warm für das Pokal-Halbfinale in Dortmund". Der Aufstieg bleibt in Reichweite.