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Klassenerhalt in Sicht – 2:0 für St. Pauli "schon ein riesiger Schritt"

© IMAGO / Hübner

Der siebte Rückrunden-Sieg lässt den Klassenerhalt am Millerntor immer wahrscheinlich werden, sodass der Kiezklub mittlerweile in Ruhe aus der oberen Tabellenhälfte grüßen kann. Zwei Shooting-Stars der letzten Wochen waren auch gegen Eintracht Braunschweig wieder erfolgreich, dazu stand auch wieder die Null. Cheftrainer Timo Schultz war zufrieden, dass er nicht zufrieden war.

Dritter Treffer fehlte

"In der zweiten Halbzeit müssen wir noch zwei, drei Tore schießen. An der Chancenauswertung müssen wir noch arbeiten", entdeckte ausgerechnet FCSP-Torhüter Dejan Stojanovic seinen Offensivdrang nach dem 2:0-Sieg seiner Mannschaft, den Omar Marmoush (7.) und Daniel-Kofi Kyereh (14.) bereits früh besiegelten. Der Schlussmann hielt dagegen seinen Kasten zum vierten Mal sauber, weswegen St. Pauli mittlerweile zwölf Punkte vor dem Abstiegs-Relegationsrang steht. Eine Rückrunden-Bilanz als Tabellenführer mit 22 Zählern aus zehn Spielen machen den Klassenerhalt für die Kiezkicker schon jetzt nahezu perfekt.

"Das war schon ein riesiger Schritt, nicht nur in der Tabelle, sondern auch die Art und Weise", freute sich auch der Coach über den erneuten Erfolg, der dieses Mal gegen einen Abstiegskonkurrenten eingefahren wurde. Auch deshalb wird die Distanz zur Gefahrenzone immer größer. Aber auch Timo Schultz hätte sich über das ein oder andere Tor nicht beschwert: "Wenn ich hier sitze und mich über den Spielverlauf beim 2:0-Sieg ärgere, dann sieht man, dass wir auf dem richtigen Weg sind." Eine frühere Entscheidung mit dem dritten Treffer wäre dem Übungsleiter durchaus lieb gewesen, um Braunschweig vollständig den Korken zu ziehen.

St. Pauli macht Spaß

"Die Vorbereitung war nicht so einfach, weil es beim Gegner viele Ausfälle gab", ließ Schultz einblicken, dass der BTSV für ihn unberechenbar blieb. Pendant Daniel Meyer verbrachte den Abend auf dem heimischen Sofa, weil er sich – genauso wie zwei Akteure – in häuslicher Quarantäne befand. Dazu kamen Verletzungen und Sperren, die Braunschweig zu fünf Wechseln in der Startelf zwangen. St. Pauli nutzte die Gelegenheit, dass die Niedersachsen noch nicht sortiert waren, eiskalt aus – für Marmoush war es das sechste Tor für die Kiezkicker, für Kyereh der fünfte Treffer seit Jahreswechsel.

Auch die Shootingstars der Hamburger waren nach der guten Leistung weiterhin selbstkritisch. "Der Trainer hat auch eben im Kreis angesprochen, dass wir unsere Chancen auch hätten einfacher ausspielen können", berichtete Kyereh unmittelbar nach Abpfiff, dass die Spielweise am Ende des Tages möglicherweise sogar zu verspielt war. Und trotzdem lieferte der FCSP souverän ab, was in der Hinrunde noch undenkbar erschien. Das Fazit von Torjäger Guido Burgstaller war daher recht einfach gefasst: "Es macht mit der ganzen Mannschaft riesigen Spaß." Die Feier zum Klassenerhalt kann entsprechend wohl schon vorbereitet werden.