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Kolkes Patzer leitete Hansa-Pleite ein: "Das ist ein schönes Kacktor"

IMAGO / Eibner

Nach zuletzt zwei Siegen in der Liga setzte es für den F.C. Hansa Rostock am späten Samstagabend eine deutliche 0:4-Niederlage beim SV Darmstadt 98. Vor allem im ersten Durchgang hatte die Kogge große Probleme. Für die Szene des Spiels sorgte Keeper Markus Kolke, der die Lilien ganz früh zum ersten Treffer einlud. Als "Kacktor" bezeichnete der Schlussmann den Gegetreffer.

"Ich hab ihn einfach nicht gesehen"

Mit seinen 31 Jahren verfügt Markus Kolke über die nötige Erfahrung, um diese Szene aus der dritten Spielminute im Laufe der kommenden Tage abzuhaken. Aber allzu leicht wird es ihm nicht gemacht: "Ich freue mich schon auf die Überschriften und die ganzen Nachrichten, die kommen", sagte der Schlussmann der Rostocker bei "Sky". Er werde sich noch "zwei Stunden oder zwei Tage darüber ärgern, dann ist die Sache abgehakt", kündigte der sonst so souveräne Rückhalt an.

Was war passiert? Kolke hatte einen langen Ball der Darmstädter abgefangen und legte diesen im Strafraum vor sich ab. Während der Torwart seinen Blick über das Feld schweifen ließ, um Anspielstationen zu suchen, bemerkte er überhaupt nicht, dass sich Phillip Tietz anschlich. Als er es dann registrierte, war es zu spät. Der Lilien-Stürmer schob zur Führung ein (3.). "Ich hab ihn einfach nicht gesehen", sagte Kolke. "Das ist ein schönes Kacktor."

Lilien legen nach – Hansa im Alupech

Während der Partie konnte er seinen Bock aber schnell vergessen. "Du musst das ausschalten, sonst spielst du 80 Minuten Katastrophe." Dass er dem Team damit einen Bärendienst erwies, war ihm natürlich bewusst: "Wenn das 0:1 nicht so früh fällt, wer weiß, was dann hier passiert?"

Mit dem Schwung der Führung legten die Hausherren schon nach 18 Minuten durch Marvin Mehlem das 2:0 nach. Mit den frühen Gegentreffern habe sein Team dem Gegner "in die Karten gespielt", sprach Trainer Jens Härtel an. Erst im zweiten Durchgang wurde der Kogge-Auftritt besser. Dass das 0:3 (Tietz/54.) nach einer Ecke fiel, sei "ärgerlich", weil "ein bisschen einfach". Im Gegenzug traf Kevin Schumacher mit einem Kopfball nur den Pfosten. "Wenn wir da auf 1:3 rangekommen wären, hätten wir vielleicht noch ein etwas anderes Spiel gesehen", so Härtel. Stattdessen sorgte Tobias Kempe per Elfmeter für den Endstand (74.).

"Müssen uns nun kurz schütteln"

"Es war eine verdiente Niederlage, aber eins, zwei Tore zu hoch", sah Härtel die Norddeutschen nicht so unterlegen, wie es das Ergebnis vermuten ließ. "Wir müssen uns nun kurz schütteln. Das werden wir auch tun und gegen St. Pauli ein anderes Gesicht zeigen." Am kommenden Sonntag steht das Duell mit den Hamburgern an. Nach der Niederlage steht Hansa mit sechs Punkten aus vier Spielen im gesicherten Mittelfeld.