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Kritik vom Gesundheitsamt: Karlsruher SC zu nachlässig gewesen?

© imago images / Jan Huebner

Seit Dienstag befindet sich der Karlsruher SC in Quarantäne, nachdem die Badener innerhalb von zehn Tagen einen dritten Corona-Fall verzeichneten. Das wirft wiederum Fragen auf, ob sich der Klub an alle Vorschriften des Hygienekonzepts gehalten hat. Das Gesundheitsamt Karlsruhe äußert sich kritisch.

Neue Situation in Karlsruhe

Am vergangenen Freitag wurde festgelegt, dass das Spiel des Karlsruher SC gegen den VfL Osnabrück stattfinden kann. Zwei Corona-Fälle im Team der Badener gefährdeten die Austragung nicht, weil es sich dabei um "Infektionen von außen" handelte – so erklärte es der Verein vor einer Woche. Nun wird der KSC erneut Antworten geben müssen, denn inzwischen ist ein dritter Corona-Fall bestätigt und die 14-tägige Quarantäne beschlossen worden. Doch woher kommt jetzt das Umdenken des Gesundheitsamtes Karlsruhe, welches zuvor noch das Spiel stattfinden ließ?

Die Ausgangslage ist, dass sich das Infektionsgeschehen in Karlsruhe gegenüber der Vorwoche generell verändert hat. Einflüsse von 'außen' spielen wohl keine Rolle mehr. Dazu nahm Ulrich Wagner als stellvertretender Leiter des Gesundheitsamtes Stellung. Gegenüber der "Stuttgarter Zeitung" sagt er: "Der Spieler hatte mehrere Trainings sowie eine Besprechung absolviert, in der keine Masken getragen wurden. Es gab viele Kontaktsituationen, so dass wir entschieden haben, sämtliche Kontaktpersonen unter Quarantäne zu stellen." Auch der "Kicker" berichtet von den kritischen Äußerungen, sodass sich die Frage stellt, ob sich der KSC in seiner ohnehin schwierigen Lage an alle Vorschriftsmaßnahmen des DFL-Hygienekonzepts gehalten hat.

Kritik vom Gesundheitsamt

Zweck dieser Maßnahmen ist schließlich auch, dass das Infektionsgeschehen möglichst unterbrochen wird. Dafür ist es unerheblich, ob das Virus von außerhalb der Mannschaft kam. So sieht das DFL-Konzept beispielsweise vor, dass Spieler und Funktionsteam in der Kabine "bei Training und Spiel jederzeit einen adäquaten Abstand einzuhalten oder einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen" hätten oder "keine face-to-face-Kontakte" stattfinden sollen. Auch der Abstand beim Duschen ist schriftlich festgehalten, sowie die Vermeidung von "unnötigen Kontakten zwischen den Spielern bei Trainingspausen oder taktischen Maßnahmen".

Laut Wagner habe es beim KSC wiederum Termine gegeben, "an denen das ganze Team teilgenommen hat – und auch in einer Form, in der man sagen muss: ohne Schutz". Festzuhalten ist jedoch auch, dass sämtliche Akteure nach den ersten beiden Fällen mehrfach vom Klub getestet wurden – jeweils mit einem negativen Ergebnis. Bedenken gab es daher zunächst keine, weswegen das Gesundheitsamt auch erst jetzt die Gesamt-Quarantäne verordnete. Diese gilt nun bis zum 20. April, die kommenden drei Spiele gegen Düsseldorf, Aue und Karlsruhe stehen damit vor der Absage.