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KSC kegelt Hannover raus: "Uns fehlt die Konsequenz vor der Kiste"

Im DFB-Pokal trat Hannover 96 zum Zweitliga-Duell mit Tabellenführer Karlsruhe an und zog den Kürzeren. Gegenüber den ersten Liga-Auftritten zeigten die Niedersachsen eine engagierte Vorstellung, das Toreschießen fällt der Elf von Trainer Mirko Slomka allerdings noch nicht leichter.

"Muss nicht immer toll aussehen"

Zwei Treffer in der Liga reichten Hannover 96 bislang nur zu einem Punktgewinn, in Karlsruhe mussten sich die Niedersachsen ganz ohne Torerfolg geschlagen geben. Auf dem Papier sieht die Bilanz des Saisonstarts entsprechend mau aus, gänzlich unzufrieden zeigten sich die betroffenen Akteure allerdings nicht. "Wir hatten auch heute wieder diesen einen Schlüsselmoment kurz vor der Halbzeit, wo wir eine Riesenchance haben. Wenn wir da einfach mal so ein Ding reinmachen, dann wissen wir alle, wie sich Fußballspiele entwickeln können", beschrieb Torhüter Ron-Robert Zieler eine Situation, in der KSC-Abwehrspieler Gordon auf der Linie für seine Mannschaft retten konnte. Es ist symbolisch für 96: Bislang ist die Chancenverwertung das größte Manko.

"Uns fehlt die Konsequenz vor der Kiste. Das ist eine Frage der Abgebrühtheit. Wir müssen auch einmal einfach das Ding reinschmettern. Egal wie – das muss nicht immer toll aussehen", ärgerte sich deshalb auch 96-Coach Mirko Slomka über das Auslassen bester Chancen, was sich letztlich rächte. Ein Konter, ein Elfmeter und das Aus der Hannoveraner war besiegelt. "Kampfgeist und Wucht des KSC haben heute den Ausschlag gegeben. Wenn wir vor der Halbzeit in Führung gehen, läuft das Spiel vielleicht anders. Aber dafür können wir uns nichts kaufen. Respekt für die Leistung der Karlsruher", musste sich Slomka mit der Niederlage anfreunden.

Zwischen Frust und Mut

Bei 96-Kapitän Marvin Bakalorz überwog zunächst der Frust: "Im Moment überwiegt die Enttäuschung, da ist mir egal, wie wir verloren haben." Der 29-Jährige attestierte eine gute Leistung in der Anfangsphase, einzig der Treffer fehlte. "Ich habe es aber vorhin schon gesagt: Wir sind ein Team, wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen, und da reißt den Jungs keiner den Kopf ab", wollte Bakalorz nun allerdings nicht der Hannoveraner Offensive die Schuld zuschieben. Auch in der Defensive habe man schließlich Fehler gemacht. Der Kapitän blieb zuversichtlich: "Man hat aber gesehen, dass wir vorne drin Qualität haben, dass es jedoch einfach nicht geklappt hat, das Ding über die Linie zu drücken."

Etwas kritischer ging Mittelstürmer Hendrik Weydandt, der bislang Hannovers einziger regulärer Torschütze ist, mit dem Pokal-Ausscheiden um: "Wir hätten den Kampf annehmen müssen, haben das aber nicht zu einhundert Prozent geschafft und sind verdient ausgeschieden." Das ist natürlich auch dem Umbruch im Kader der 96 geschuldet, bei immerhin 14 Neuzugängen funktionieren die Niedersachsen noch nicht vollständig. "Ich finde, man hat schon gute Ansätze gesehen in einer Truppe, die neu zusammengestellt ist. Das muss alles noch ein bisschen zusammenwachsen", sprach Weltmeister Zieler seinem Team Mut zu: "Bei eigenem Ballbesitz müssen wir noch besser werden, aber es gibt immer wieder Phasen, wo ich das Gefühl habe, wir sind auf einem guten Weg."