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Kurioses Ende im Elfmeter-Krimi: HSV siegt "total verdient" in Köln

IMAGO / Chai v.d. Laage

Nach zwei Jahren Pause steht der Hamburger SV wieder im Viertelfinale des DFB-Pokals. Nach dem Elfmeterschießen setzten sich die Rothosen mit 5:4 beim 1. FC Köln durch. Dabei wurde der Erfolg durch eine Kuriosität besiegelt.

Kainz schießt sich selbst an

Die Verantwortung lag in diesem Moment komplett bei Florian Kainz. Der Kölner musste seinen Strafstoß verwandeln, um die Rheinländer im Rennen zu halten. Verschießt er, ist der HSV eine Runde weiter. Der Mittelfeldspieler rutschte bei seiner Ausführung zwar leicht weg, beförderte den Ball aber dennoch in die Maschen. Im ersten Moment schien alles gut. Doch plötzlich verwehrte Schiedsrichter Daniel Schlager dem Treffer die Anerkennung – die Hamburger waren eine Runde weiter.

Was natürlich für Diskussionen und ein kurioses Ende dieser Partie führte. Die Flugbahn des Balles sei dem Schiedsrichter komisch vorgekommen. Er habe auch klar gesehen, dass Kainz sich mit dem rechten an den linken Fuß geschossen hatte. Damit lag eine "Doppelberührung" vor. Irregulär. "Damit ist der Elfmeter verwirkt", erklärte der Unparteiische bei "Sky". Auch der VAR hatte die Szene parallel geprüft und die Entscheidung Schlagers bestätigt. "Der letzte Elfmeter sah schon komisch aus, da war eigentlich klar, dass er den wohl zweimal berührt hat. Tut mir sehr leid für den Burschen, aber wir freuen uns natürlich riesig über das Weiterkommen", sagte HSV-Kapitän Sebastian Schonlau. Auch Keeper Daniel Heuer Fernandes, der einen Elfmeter halten konnte, empfand das Ende des Duell als "ein bisschen verrückt. Aber wie gesagt: Wir haben uns dieses Glück heute erarbeitet und verdient".

Viele Chancen auf beiden Seiten

Dass beide Mannschaften bis zum Showdown gehen mussten, war an sich schon merkwürdig. Denn Chancen gab es auf beiden Seite mehr als genug. Phasenweise überboten sich die Teams im Auslassen von sehr guten Möglichkeiten, mehrfach war das Aluminium im Weg. "Wir hatten in der ersten Hälfte ein paar Ballverluste, die auch hätten bestraft werden können. Dafür hatten wir aber gleichzeitig vorn gute Gelegenheiten und allein zweimal Pech mit Pfostentreffern", sagte Schonlau.

Erst in der Verlängerung waren die Norddeutschen erfolgreich. Nach einer Vorarbeit von Sonny Kittel war Robert Glatzel alleingelassen worden und konnte aus wenigen Metern per Kopf zur Führung einnicken (92.). Und gerade, als es auf einen knappen Auswärtserfolg für den HSV hinauslief, kam Kölns Angreifer Anthony Modeste im Strafraum zu Fall. Schonlau hatte seinem Gegenspieler am Trikot gezupft, dieser nahm die Einladung dankend. Den Strafstoß nutzte Modeste zum 1:1 aus (120.+1).

Dafür hatten die Gäste später das Glück wieder auf ihrer Seite. "Einfach ein geiles Spiel. Es war ein typischer Pokalabend. Am Ende glücklich, aber total verdient für uns. Wir haben uns für das gute Spiel belohnt", freute sich Glatzel. Nun gelte es, den Fokus auf das Derby am Freitag gegen den FC St. Pauli zu legen. Bekanntlich ist der Rivale ebenfalls gut drauf.